Irgendwann wird man betriebsblind. Gerade wenn man so wie ich nebenbei noch zig andere Dinge um die Ohren hat.
Daher hier noch ein kleiner Nachtrag auf die berechtigte Frage: und wie ist Anatevka nun?
Alles beginnt mit dem geschlossenen Vorhang und einer riesigen, vor allem roten Scheibe, welche sich langsam heben. Dahinter wir das Bühnenbild sichtbar, welches wie die meisten Kostüme eher in gedämpften Farben gehalten ist, vor allem braun, grau und schwarz. Allein Herr Köhler sticht in reinem Weiß hervor.
Und nachdem Herr Trekel, bzw. Tevje der Milchmann kurz die Ausgangslage dargestellt hat - der Ort Anatevka und sein seit Generationen gleiches Leben -, werden in einem Hochlied auf die Tradition gleich alle wichtigen Personengruppen vorgestellt:
die alten Männer und die jungen, die alten Frauen und die jungen. Und die örtliche "Polizei".
Und Tevje hat es wirklich nicht leicht getroffen: von seinen fünf Töchtern sind bereits drei heiratsfähig. Abgesehen davon, dass die Mitgift kaum groß ausfallen wird, entwickeln alle drei auch einen eigenen Willen. Tevje mag es ja noch verkraften, dass seine erste Tochter statt dem reichen Metzger lieber den armen Schneider heiraten möchte. Das passt bei näherer Betrachtung auch weitaus eher zu seinen persönlichen Sympathien. Aber dass seine zweite sich in einen jungen Studenten verguckt... nicht nur, dass er absolut unkonservative Ideen hat, er bringt sich auch selbst in größte Schwierigkeiten. Für seine Angetraute wird es da natürlich nicht einfacher... Aber die Wahl seiner dritten "schlägt dem Fass den Boden aus". Vor allem in den politisch immer angespannter werdenden Verhältnissen...
(Man will ja auch nicht alles verraten, auch wenn außer mir wahrscheinlich die meisten die Handlung eh kennen.)
Absolute Glanzmomente waren die Kostüme. Was so ein bißchen Bart ausmachen kann ist wirklich verblüffend. Die meisten der männlichen Darsteller erkennt man erst auf den zweiten Blick wieder.
Und wie Tevje seine Frau davon überzeugt, dass er auch seiner zweiten Tochter nach deren Wünschen verloben möchte war... auf jeden Fall... ja, doch, überzeugend.
Und auch wenn es sich hier um eines der aufwändigeren Bühnenbilder handelt, muss ich ehrlich sagen, dass ich immer wieder beeindruckt bin, wie man mit sehr wenigen Mitteln immer wieder eine vollkommen andere Umgebung erzeugen kann.
Ach ja, und ich hatte neulich in der Oper ein erhellendes Gespräch darüber, was an dem Verzicht auf Mikro-Ports nun so grundlegend beeindruckend und richtig ist:
es geht um den Purismus, die gute Vorbereitung der Zuschauer und die Idee sich das Ganze notfalls eben einfach noch mal anzusehen.
Nach dem Vorschlag selbst auf elektrisches Licht zu verzichten und nur noch mit Kerzen zu beleuchten, komme ich mir mit dem Vorschlag einer "historischen" Opernvorstellung mit Gauklern zwischen den Akten nicht mehr gar so seltsam vor. Da gibt es nur zwei Dinge, die das Bild ein wenig trüben: Ich hab das eher mit einem Augenzwinkern gemeint. Kein Mensch würde so etwas inszenieren. Und schon allein mit der Drohung das Publikum wieder mitsingen zu lassen, würde ich mich freiwillig von der Idee abbringen lassen. Und es gibt wohl wirklich Menschen, die diese Kerzenidee umsetzen... Ich versuche immer noch die Wachskosten zu überschlagen, mir die Panik der Brandschutzbeauftragten vorzustellen und die optische Wirkung zu kalkulieren...
Also gut, zusammengefasst: ja, ich bin ein Banause. Ich bereite mich nicht auf so einen Abend vor, lese mir vorher nichts an und möchte wenn ich da bin wirklich was verstehen. Es geht alles in allem auch ohne Mikro-Ports. Nicht immer ganz glatt, aber es funktioniert. Es verschließt sich mir im Grunde immer noch. Aber wenn Puristen und Kenner darauf bestehen, dann jedem das Seine.
Die einzigen zwei Dinge, die im Nachhinein wirklich ein wenig negativ im Gedächtnis geblieben sind, wären zum einen das Programmheft und ein bestimmtes Lied.
Fangen wir mit dem Programmheft an: die historischen Aspekte waren durchaus interessant. Auch die kulturellen Fußnoten waren nett. Aber für ich wären ein paar mehr Informationen über eine jüdische Hochzeit interessant gewesen. Jaja, das kann man sich auch alles zuhause anlesen. Aber wenn ich schon mal da bin, mir so ein Heft hole und die Hochzeit so eine große Rolle in dem Stück spielt, hätte ich mir dafür auch zu der Zeremonie noch ein paar vor Ort Informationen gewünscht. (Warum ist dieser Baldachin so wichtig?)
Und wegen dem Lied... nun, sagen wir einfach: auch wenn ich für Illusionsbrechungen prinzipiell empfänglich bin, möchte ich mir in der Oper keine Gedanken machen, ob mir gleich ein Darsteller auf die Füße tritt. Das ist etwas zu viel Brechung. Für meinen Geschmack.
(Keine Sorge, wer es sieht wird wissen was ich meine und wo ich in etwa gesessen habe. Vielleicht sieht es von weiter Hinten wirklich gut aus, aber... naja.)
So, und jetzt ist mir ausnahmsweise mal was Privates dazwischen gekommen.
Also wird das heute wieder nichts mit Rezensionenschreiben...
Naja, die Eine wollte ich noch online stellen. Geklappt hat es. So mehr oder weniger.
Und an dieser Stelle noch einen guten Start in die Woche an Alle.
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Sonntag, 24. Oktober 2010
Montag, 11. Oktober 2010
Anatevka
So, da war es also heute so weit: Anatevka, die erste Vorstellung nach der Premiere. Und da heute bei den Klippenspringern einfach kein Platz mehr frei war, gibt es auch mal halbwegs zeitnah eine Rezension.
Tja, und wie machen wir das heute? Kommen wir erst mal zum Stück und dann hätte ich gerne mal einen Grundkurs Opernknigge oder ein paar allgemein Tipps.
Also: die erste Frage die meine Mutter mir heute stellte war "Wer ist Anatevka?" und die einfache Antwort lautet: es handelt sich um den Ort in dem das Stück spielt.
Der Untertitel The Fiddler on the Roof bezieht sich auf einen echten Geiger, welcher angeblich auf den Dächern spielt. Und der Geiger ist gleich mehrfach wichtig: er spielt eines der Motive des Musicals, führt auf seine Art die Paare zusammen, markiert die Unterschiede zwischen Außen- und Innenansicht und verkörpert das Thema des gesamten Stückes: "Wir alle sind Fiedler auf dem Dach. Wir versuchen eine ansprechende Melodie zu spielen, ohne uns dabei das Genick zu brechen." (ungefährer Wortlaut)
In diesem kleinen Ort Anatevka herrscht noch immer die Tradition. Und während die Zustände für die ansässigen Juden nach und nach schlimmer werden, beginnen auch die hergebrachten Bräuche zu bröckeln. Auch der Milchmann Tevje muss sich langsam damit abfinden, dass seine Töchter ihren eigenen Weg gehen, nicht unbedingt zu seiner Freude. Auch wenn man fairerweise sagen muss, dass sich Tevje mit den meisten familiären Entwicklungen zu arrangieren versteht.
Aber auch hier sollte man grob wissen auf was man sich einlässt. In der Pause habe ich aus einer Ecke gehört, die dargestellten Pogrome wären etwas, das Betroffenheit und Unwohlsein ausgelöst hat. Mir persönlich hat besonders die Vergewaltigungsszene auf den Magen geschlagen. (Es ist auch offen gestanden nichts, was ich auf der Bühne oder anderswo sehen möchte. Auf der einen Seite kann man das Thema kaum angemessen in dem Zeitrahmen verhandeln. Auf der anderen Seite passiert in diesem speziellen Handlungsstrang so viel hinter der Bühne, dass man sich die angemessene Behandlung "dazu denken" kann. Ich muss es trotzdem nicht sehen. Und das war diese Spielzeit schon das zweite Stück in dem so etwas vorkam...)
So, und jetzt kommen wir mal bitte zu dem Teil, in dem Alle eingeladen sind, mir die Operngeflogenheiten zu erklären:
Das begann mit der Dirigentin. Ich habe von so was keine Ahnung, aber angeblich ist für Frauen nur die Berufswahl als Päpstin schwerer zu verwirklichen. Mir ist es herzlich egal. Gut klingen sollte es. ABER: ich bin bisher auch immer davon ausgegangen, dass der Dirigent kommt, von einem Spot erfasst wird, man klatscht und los geht es. Das Klatschen fiel dieses Mal komplett weg. Und ich verstehe nicht so ganz warum. Sind das nicht normalerweise schon mal Vorschusslorbeeren für die Musiker, die man kaum sieht, aber eben hört und die sonst so gut wie gar kein Lob abbekommen würden? Und es ist auch so ein "jetzt geht es gleich los" Moment.
Also was bedeutet das normalerweise und warum fiel es dieses Mal weg?
Zweitens: heute hat in meiner Nähe niemand mitgesummt, dafür saßen hinter mir zwei Damen, die jeden Darsteller erst mal mit Namen identifizieren mussten.
Erstens wären für mich persönlich die Figurennamen hilfreicher gewesen und zweitens dachte ich immer in der Oper ist man still... Naja, das war nicht immer so. Die Zeiten in denen laut mitgesungen wurde sind zum Glück vorbei. Die Idee mit Gauklern und Akrobaten zwischen den Akten noch Zuschauer anzulocken hat zwar nach wie vor etwas für sich. Aber eher als nostalgisches Erlebnis, denn als echte Unterhaltung.
Aber wenn sich die allgemeinen Sitten in der Oper schon einmal geändert haben: vielleicht tun sie es ja gerade wieder. Wenn dem so ist darf mich gerne mal jemand auf den neuesten Stand bringen.
Tja, und normalerweise sind aller guten Dinge drei. Nur fällt mir gerade nicht ein was ich noch sagen wollte.
Daher ein großes Lob an die Visagisten. Es ist nicht nur faszinierend, wie man Menschen mit etwas gut platzierter Farbe um Jahre altern lassen kann, ich habe teilweise auch einen Moment gebraucht um die Gesichter wieder zu erkennen. Das lag nicht nur am Makeup, sondern auch an den vielen Vollbärten. Allein das Gesicht von Herr Köhler hatte latente Ähnlichkeit mit einem gepuderten Igel. Vielleicht hatte ich auch mal wieder Flecken auf der Brille. Wer weiß...
Doch, jetzt ist mir der dritte Punkt eingefallen.
In jeder Einführungsmatinee entlockt es dem Publikum einen Applaus, wenn die Sänger ohne Mikrofonunterstützung singen sollen. So passiert in der Einführungsveranstaltung zur Blume von Hawaii und in der Einführungsveranstaltung zu Anatevka.
Und nun habe ich wie gesagt nicht die größte Ahnung. Ja, ich finde es menschlich faszinierend, dass Manche ohne technische Unterstützung ein ganzes Orchester übertönen können und immer noch erkennbare Melodien produzieren. Ich fände es noch faszinierender, wenn das alle auf der Bühne könnten.
Ganz ernsthaft: zum Teufel mit den künstlerischen Ambitionen. Ich will verstehen was da auf der Bühne passiert. Und wenn ich aus der ersten Reihe Probleme habe die Menschen akustisch wahr zu nehmen, wird das für die hinter mir nicht einfacher.
Dann sollte man den Leuten wirklich eher ein Mikro an die Backe kleben, als sich an die eigenen Ansprüche klammern. Das ist nur meine Meinung. Wahrscheinlich habe ich gerade wieder einen Fettnapf mitgenommen. Aber bitte. Was soll das denn?
Der Rest ist persönliche Meinung.
Ich persönlich hätte mir eine andere Besetzung für Golde gewünscht. Ich mag Frau Bernsdorf. Ich möchte die Liederabende mit ihr wirklich nicht missen. Aber irgendwie hatte ich wiederholt das Gefühl ihre Stimme sticht zu sehr von den Melodien ab. Mir fehlt das Fachvokabular um das besser zu beschreiben. Aber wenn selbst mir das auffällt ist wahrscheinlich wirklich was faul.
Und natürlich ist auch das nur meine persönliche Meinung. In der Pause habe ich auch ein oder zwei andere negative Meinungen zu Einzelleistungen oder den Umbauarbeiten in der Oper aufgeschnappt, die ich hier nicht wiederholen möchte, einfach weil ich sie nicht Teile. Das Stück hat unterm Strich sehr gute Rezensionen bekommen. Das was da oben steht sind Kleinigkeiten. Mir hat das Stück weitaus besser gefallen, als es jetzt in dieser Rezension möglicherweise den Eindruck macht.
Es ist ein ernstes Thema, unterlegt mit guter Musik. Jedes Mal wenn man denkt es geht aufwärts passiert ein weiteres Unglück. Und auch wenn ich das natürlich nicht zugeben würde, ist es möglich, dass mir zwischendurch die Tränen in den Augen standen.
Mit diesen Worten lasse ich es an dieser Stelle bewenden.
Sehenswert ist es. Aber keine leichte Kost.
Tja, und wie machen wir das heute? Kommen wir erst mal zum Stück und dann hätte ich gerne mal einen Grundkurs Opernknigge oder ein paar allgemein Tipps.
Also: die erste Frage die meine Mutter mir heute stellte war "Wer ist Anatevka?" und die einfache Antwort lautet: es handelt sich um den Ort in dem das Stück spielt.
Der Untertitel The Fiddler on the Roof bezieht sich auf einen echten Geiger, welcher angeblich auf den Dächern spielt. Und der Geiger ist gleich mehrfach wichtig: er spielt eines der Motive des Musicals, führt auf seine Art die Paare zusammen, markiert die Unterschiede zwischen Außen- und Innenansicht und verkörpert das Thema des gesamten Stückes: "Wir alle sind Fiedler auf dem Dach. Wir versuchen eine ansprechende Melodie zu spielen, ohne uns dabei das Genick zu brechen." (ungefährer Wortlaut)
In diesem kleinen Ort Anatevka herrscht noch immer die Tradition. Und während die Zustände für die ansässigen Juden nach und nach schlimmer werden, beginnen auch die hergebrachten Bräuche zu bröckeln. Auch der Milchmann Tevje muss sich langsam damit abfinden, dass seine Töchter ihren eigenen Weg gehen, nicht unbedingt zu seiner Freude. Auch wenn man fairerweise sagen muss, dass sich Tevje mit den meisten familiären Entwicklungen zu arrangieren versteht.
Aber auch hier sollte man grob wissen auf was man sich einlässt. In der Pause habe ich aus einer Ecke gehört, die dargestellten Pogrome wären etwas, das Betroffenheit und Unwohlsein ausgelöst hat. Mir persönlich hat besonders die Vergewaltigungsszene auf den Magen geschlagen. (Es ist auch offen gestanden nichts, was ich auf der Bühne oder anderswo sehen möchte. Auf der einen Seite kann man das Thema kaum angemessen in dem Zeitrahmen verhandeln. Auf der anderen Seite passiert in diesem speziellen Handlungsstrang so viel hinter der Bühne, dass man sich die angemessene Behandlung "dazu denken" kann. Ich muss es trotzdem nicht sehen. Und das war diese Spielzeit schon das zweite Stück in dem so etwas vorkam...)
So, und jetzt kommen wir mal bitte zu dem Teil, in dem Alle eingeladen sind, mir die Operngeflogenheiten zu erklären:
Das begann mit der Dirigentin. Ich habe von so was keine Ahnung, aber angeblich ist für Frauen nur die Berufswahl als Päpstin schwerer zu verwirklichen. Mir ist es herzlich egal. Gut klingen sollte es. ABER: ich bin bisher auch immer davon ausgegangen, dass der Dirigent kommt, von einem Spot erfasst wird, man klatscht und los geht es. Das Klatschen fiel dieses Mal komplett weg. Und ich verstehe nicht so ganz warum. Sind das nicht normalerweise schon mal Vorschusslorbeeren für die Musiker, die man kaum sieht, aber eben hört und die sonst so gut wie gar kein Lob abbekommen würden? Und es ist auch so ein "jetzt geht es gleich los" Moment.
Also was bedeutet das normalerweise und warum fiel es dieses Mal weg?
Zweitens: heute hat in meiner Nähe niemand mitgesummt, dafür saßen hinter mir zwei Damen, die jeden Darsteller erst mal mit Namen identifizieren mussten.
Erstens wären für mich persönlich die Figurennamen hilfreicher gewesen und zweitens dachte ich immer in der Oper ist man still... Naja, das war nicht immer so. Die Zeiten in denen laut mitgesungen wurde sind zum Glück vorbei. Die Idee mit Gauklern und Akrobaten zwischen den Akten noch Zuschauer anzulocken hat zwar nach wie vor etwas für sich. Aber eher als nostalgisches Erlebnis, denn als echte Unterhaltung.
Aber wenn sich die allgemeinen Sitten in der Oper schon einmal geändert haben: vielleicht tun sie es ja gerade wieder. Wenn dem so ist darf mich gerne mal jemand auf den neuesten Stand bringen.
Tja, und normalerweise sind aller guten Dinge drei. Nur fällt mir gerade nicht ein was ich noch sagen wollte.
Daher ein großes Lob an die Visagisten. Es ist nicht nur faszinierend, wie man Menschen mit etwas gut platzierter Farbe um Jahre altern lassen kann, ich habe teilweise auch einen Moment gebraucht um die Gesichter wieder zu erkennen. Das lag nicht nur am Makeup, sondern auch an den vielen Vollbärten. Allein das Gesicht von Herr Köhler hatte latente Ähnlichkeit mit einem gepuderten Igel. Vielleicht hatte ich auch mal wieder Flecken auf der Brille. Wer weiß...
Doch, jetzt ist mir der dritte Punkt eingefallen.
In jeder Einführungsmatinee entlockt es dem Publikum einen Applaus, wenn die Sänger ohne Mikrofonunterstützung singen sollen. So passiert in der Einführungsveranstaltung zur Blume von Hawaii und in der Einführungsveranstaltung zu Anatevka.
Und nun habe ich wie gesagt nicht die größte Ahnung. Ja, ich finde es menschlich faszinierend, dass Manche ohne technische Unterstützung ein ganzes Orchester übertönen können und immer noch erkennbare Melodien produzieren. Ich fände es noch faszinierender, wenn das alle auf der Bühne könnten.
Ganz ernsthaft: zum Teufel mit den künstlerischen Ambitionen. Ich will verstehen was da auf der Bühne passiert. Und wenn ich aus der ersten Reihe Probleme habe die Menschen akustisch wahr zu nehmen, wird das für die hinter mir nicht einfacher.
Dann sollte man den Leuten wirklich eher ein Mikro an die Backe kleben, als sich an die eigenen Ansprüche klammern. Das ist nur meine Meinung. Wahrscheinlich habe ich gerade wieder einen Fettnapf mitgenommen. Aber bitte. Was soll das denn?
Der Rest ist persönliche Meinung.
Ich persönlich hätte mir eine andere Besetzung für Golde gewünscht. Ich mag Frau Bernsdorf. Ich möchte die Liederabende mit ihr wirklich nicht missen. Aber irgendwie hatte ich wiederholt das Gefühl ihre Stimme sticht zu sehr von den Melodien ab. Mir fehlt das Fachvokabular um das besser zu beschreiben. Aber wenn selbst mir das auffällt ist wahrscheinlich wirklich was faul.
Und natürlich ist auch das nur meine persönliche Meinung. In der Pause habe ich auch ein oder zwei andere negative Meinungen zu Einzelleistungen oder den Umbauarbeiten in der Oper aufgeschnappt, die ich hier nicht wiederholen möchte, einfach weil ich sie nicht Teile. Das Stück hat unterm Strich sehr gute Rezensionen bekommen. Das was da oben steht sind Kleinigkeiten. Mir hat das Stück weitaus besser gefallen, als es jetzt in dieser Rezension möglicherweise den Eindruck macht.
Es ist ein ernstes Thema, unterlegt mit guter Musik. Jedes Mal wenn man denkt es geht aufwärts passiert ein weiteres Unglück. Und auch wenn ich das natürlich nicht zugeben würde, ist es möglich, dass mir zwischendurch die Tränen in den Augen standen.
Mit diesen Worten lasse ich es an dieser Stelle bewenden.
Sehenswert ist es. Aber keine leichte Kost.
Sonntag, 26. September 2010
Die Einführungmatinee zu Anatevka
Im Grunde sollte hier ein kleiner, lustiger, fluffiger oder wenigstens bemühter Bericht über die Einführungsmatinee zu Anatevka entstehen.
Nun habe ich gehört, wie die Dame neben mir ihrem Mann mitteilte, das wäre die beste Matinee gewesen, auf der sie bisher gewesen wäre. Und ich behaupte mal, dass sie mehr gesehen haben wird als ich. Denn das dürfte heute mein dritter Besuch einer solchen Veranstaltung gewesen sein.
Es war in Ordnung - wie auch immer man das auslegen möchte. Und ich bin nach wie vor der Meinung, dass das Musical gut werden wird. Aber... je länger die Matinee zurück liegt, desto mehr habe ich das Gefühl, dass es schade um die fünf Euro war.
Nun sind subjektive Gefühle schwer zu begründen, vor allem weil ich hier weit ausholen müsste und das vor allem an einzelnen Personen festmachen würde, die wiederum nichts dafür können, dass ich heute einen schlechten Tag erwischt habe. Noch dazu, wo immer die Möglichkeit besteht, dass die Frau neben mir objektiver geurteilt hat als ich.
Also verabschiede ich mich an dieser Stelle hinter meinen Bücherberg und verzweifle an diversen literarischen Querverweisen.
Ein angenehmes Wochenende.
Und ich habe gestern mal einen Blick in die Statistik geworfen. Hier scheinen zwischendrin ja wirklich mal Menschen mitgelesen zu haben. Wann auch immer das passiert ist.
Hat einer Lust morgen zu den Klippenspringern mit zu kommen?
Ich würde mich freuen und die Darsteller des Studio Halle sicher auch.
Und als kleiner Newsticker für Interessierte: am 2ten gibt es einen Chansonabend des Studios im Riff. Leider habe ich da schon Karten für die Werft. Aber wenn man an den Cultural Island Social Club zurück denkt, wird das sicherlich sehenswert.
Nun habe ich gehört, wie die Dame neben mir ihrem Mann mitteilte, das wäre die beste Matinee gewesen, auf der sie bisher gewesen wäre. Und ich behaupte mal, dass sie mehr gesehen haben wird als ich. Denn das dürfte heute mein dritter Besuch einer solchen Veranstaltung gewesen sein.
Es war in Ordnung - wie auch immer man das auslegen möchte. Und ich bin nach wie vor der Meinung, dass das Musical gut werden wird. Aber... je länger die Matinee zurück liegt, desto mehr habe ich das Gefühl, dass es schade um die fünf Euro war.
Nun sind subjektive Gefühle schwer zu begründen, vor allem weil ich hier weit ausholen müsste und das vor allem an einzelnen Personen festmachen würde, die wiederum nichts dafür können, dass ich heute einen schlechten Tag erwischt habe. Noch dazu, wo immer die Möglichkeit besteht, dass die Frau neben mir objektiver geurteilt hat als ich.
Also verabschiede ich mich an dieser Stelle hinter meinen Bücherberg und verzweifle an diversen literarischen Querverweisen.
Ein angenehmes Wochenende.
Und ich habe gestern mal einen Blick in die Statistik geworfen. Hier scheinen zwischendrin ja wirklich mal Menschen mitgelesen zu haben. Wann auch immer das passiert ist.
Hat einer Lust morgen zu den Klippenspringern mit zu kommen?
Ich würde mich freuen und die Darsteller des Studio Halle sicher auch.
Und als kleiner Newsticker für Interessierte: am 2ten gibt es einen Chansonabend des Studios im Riff. Leider habe ich da schon Karten für die Werft. Aber wenn man an den Cultural Island Social Club zurück denkt, wird das sicherlich sehenswert.
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