Ich schaue mir scheinbar auch den letzten Blödsinn noch an. Und durch reinen Zufall mal nicht allein. Im Foyer stand ich plötzlich zwei Bekannten gegenüber, welche die Karte von kranken Freunden geschenkt bekommen haben.
Ich finde es zwar ein wenig verwunderlich, dass man Karten für nicht selbsterklärende Stücke im Puppentheater los wird, aber sich bisher noch Keiner gemeldet hat, der meine Hamlet Studentenkarte für den 28.4. haben möchte... aber naja, das hat mit dem Thema ja nur sehr wenig zu tun.
Um auf das Stück zurück zu kommen: als Erstes sollte man vielleicht klären, worum es geht.
Und das wird in dem Fall wirklich mal schwer. Die Hauptpersonen sind Johann und Anne. Die beiden sind schon ein paar Jahre zusammen und wie das ist: irgendwann schleicht sich der Alltag ein. Aber ist das darstellbar? Es gibt Bilder für das Verlieben und für das Entlieben. Aber wie stellt man das Dazwischen dar? Und wie ist man überhaut dahin gekommen? Genau das versuchen Anne und Johann heraus zu finden. Wenn sie ihre Antwort irgendwann gefunden haben, soll daraus ein Film werden. Aber wie? In welcher Reihenfolge? In welchen Bildern? Was ist (nur einem) wichtig? Und auf welche Ereignisse kann man sich überhaupt objektiv einigen?
Und dann werden die beiden auch noch regelmäßig von einem Mann vom Amt kontrolliert, dem es verständlicherweise eher auf das Ergebnis, als auf den Weg ankommt.
Und während all das vielleicht für die privaten Beziehungen schon schwer genug zu beantworten ist, wird es ja nicht einfacher, wenn man das auch noch in universelle Bilder packen soll.
Ziemlich abstraktes Problem, oder? (Brechstangenüberleitung, sonst nimmt das gar kein Ende mehr...)
Das ganze spielt in einem schwer zu definierenden Raum. Irgendwo zwischen Filmstudio, abrissfertiger Studentenbude und minimalistischem Leben sehen wir den beiden Hauptpersonen zu, wie sie versuchen mit allem was da ist ihren Film zu drehen. Da liegen die Matratzen nackt auf dem Boden. Die Dialoge werden mit halbfertigen Puppen gespielt. Und Decken im Klo zu versenken ist auch möglich. Und ein nicht näher bestimmter zweiter Raum liegt hinter einem Fenster. Leute gehen durch den Kühlschrank...
Und im Grunde... das war zwar nicht geplant, aber diese Rezension nähert sich langsam dem Aufbau des Stückes an.
Auf der Bühne wird offen zugegeben, dass es an jeder dramaturgischen Struktur fehlt. Es gibt keinen Ende. Über den Anfang können sie sich nicht einigen. Die Dialoge sind teils absurd. Szenen werden teils ergebnislos wiederholt, weil man mit der ersten Version nicht zufrieden war. Und am Ende gibt es noch ein kleines Schmankerl für Mitmachphobiker. Unterbrochen wird das ganze von Musik, Fragen über die Lichtdramaturgie, Gesang und dem langhaarigen Mann vom Amt. Der wird übrigens von Uwe Steinbach mit einer unglaublich hässlichen Perücke gespielt.
Johann wird von Sebastian Fortak gespielt, bis zum symbolischen Selbstmord.
Und Anne - mal launisch oder herrisch, mal distanziert mal anlehnungsbedürftig, mal auf eigene Faust handelnd, mal schmerzhaft nach Anerkennung heischend... wie jede Frau eben von Allem was - wird von Magda Lena Schlott gespielt.
Damit haben wir den Teil auch noch unter gebracht.
Und die Vorlage stammt von Martin Hecksmanns, falls das irgendwem was sagt.
Wenn ich das richtig gesehen habe kommt das Stück nicht noch mal. Hätte ich mir die verspätete Rezension im Grunde sparen können. Wohl beides kein direkter Verlust. Man sieht zwar, dass es den Darstellern Spaß gemacht hat, dieses Episodengehäcksele auf die Bühne zu kriegen, durch die Rückfragen ans Licht auch in sich ein wenig gebrochen und durch die Reflexion auf die Struktur auch intelligent und man könnte da mit einem befreundeten Germanisten sicherlich viel Spaß beim interpretieren haben.... man kann aber auch einfach sagen, dass es sich um wirres Gekrösle handelt, einfach eine Episodengeschichte ohne Hand und Fuß. Freilich ist der eine oder andere Lacher dabei. Und auch ein oder zwei wirklich gelungen pointierte Beobachtungen über das Miteinander von Mann und Frau... es hat sicherlich seine Liebhaber gefunden. Kein Zweifel. Man kann es mögen... man muss aber nicht.
Oder wie mir am Ende jemand im Foyer sagte: es ist nicht die Aufgabe von Kunst sich dem Betrachter zu erschließen.
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Dienstag, 19. April 2011
Donnerstag, 24. März 2011
Der kleine Vampir
Eine Freundin wies mich neulich mit Nachdruck darauf hin, dass meine Unkenntnis im Bezug auf den Kleinen Vampir unbedingt behoben werden sollte. Ein Befehl dem ich heute morgen im Puppentheater nachgekommen bin.
Schon wieder eine Schulvorstellung, wobei die Kinder heute echt klasse drauf waren. Bei manchen Fragen vielleicht etwas uneins, aber man hat gesehen, dass auch die Darsteller sichtlich ihre Freude hatten. Nur als die Kinder am Ende 'Zugabe' brüllten, wirkten sie dann doch ein wenig irritiert. *g*
Ansonsten muß ich als Germanist (ohne nenneswerte Vergleichsmöglichkeiten zu Buch oder DVD) sagen, dass das Stück einfach mal gut erzählt ist. Wir fangen mit Anton an, der ein absoluter Gruselfan ist, und mehr oder weniger felsenfest an die Existenz von Vampiren glaubt. Das Auftauchen von Rüdiger wirft ihn trotzdem erst einmal aus der Bahn. Die gegenseitigen Besuchen verlaufen nicht unbedingt reibungslos. Und dann ist da noch Geiermeier, der...
Wozu schreibe ich das eigentlich? Außer mir müßte das doch im Grunde eh schon jeder wissen.
(Und die anwesenden Kinder waren auf jeden Fall besser informiert als ich...)
Auf jeden Fall ist das Ganze erzählerisch sehr gut gelöst. Wir lernen erst Antons Welt kennen, dann die von Rüdiger und zwischendrin werden immer wieder kleiner Probleme aufgeworfen, auf die man erst später wieder zurück kommt. Der Aufbau ist dramaturgisch einfach mal gut. Und sich bei den doch recht umfangreichen möglichen Vorlagen so weit zu begrenzen ist durchaus auch eine Kunst.
Und die Inszenierung ist ebenfalls gelungen. Mutter und Vater sehen ihren Rollen entsprechend eher unbedeutend aus, die Vampire haben ein wenig was von Geistern mit Reißzähnen, Anton macht seinem Nachnahmen alle Ehre und Geiermeier... irgendwie hat der mich an den Alten Sack erinnernt, zwar noch ohne Rollstuhl (und mit einer kindgerechteren Sprache), aber nicht mehr so weit davon entfernt.
Und Antons Wohung oder der Friedhof werden jeweils mit einer hängenden, gefütterten und zugeschnittenen Stoffbahn gekennzeichnet. Das funktioniert erfreulich gut.
Klingt jetzt vielleicht nicht so ganz nach einem Kompliment, zumindest nicht so sehr wie das eigentlich beabsichtigt war, aber auf jeden Fall sehenswert. Die Kinder waren wie gesagt begeistert. Für Neueinsteiger auf jeden Fall geeignet. Für Fans offensichtlich auch. Kurz: ein rundum gelungener Morgen.
(Im Grunde wollte ich mir ja nur was ansehen, damit ich heute ausgeglichen auf Arbeit gehen kann und die momentane Mehrbelastung besser wegstecke. Statt dessen liebäugle ich momentan damit meine Bibliotheksmitgliedschaft noch ein wenig weiter auszureizen. Da finden sich doch sicherlich noch mehr zum Thema. Mindestens die Bücher müßten zu finden sein. Und für diese unerwartete, wenn vielleicht auch nicht vollkommen unvorhersehbare Reaktion, eine respektvolle Verbeugung vor Katharina Kummer, Steffi König und Magda Lena Schlott, sowie Allen die hinter der Bühne an diesem Stück beteiligt waren.)
Schon wieder eine Schulvorstellung, wobei die Kinder heute echt klasse drauf waren. Bei manchen Fragen vielleicht etwas uneins, aber man hat gesehen, dass auch die Darsteller sichtlich ihre Freude hatten. Nur als die Kinder am Ende 'Zugabe' brüllten, wirkten sie dann doch ein wenig irritiert. *g*
Ansonsten muß ich als Germanist (ohne nenneswerte Vergleichsmöglichkeiten zu Buch oder DVD) sagen, dass das Stück einfach mal gut erzählt ist. Wir fangen mit Anton an, der ein absoluter Gruselfan ist, und mehr oder weniger felsenfest an die Existenz von Vampiren glaubt. Das Auftauchen von Rüdiger wirft ihn trotzdem erst einmal aus der Bahn. Die gegenseitigen Besuchen verlaufen nicht unbedingt reibungslos. Und dann ist da noch Geiermeier, der...
Wozu schreibe ich das eigentlich? Außer mir müßte das doch im Grunde eh schon jeder wissen.
(Und die anwesenden Kinder waren auf jeden Fall besser informiert als ich...)
Auf jeden Fall ist das Ganze erzählerisch sehr gut gelöst. Wir lernen erst Antons Welt kennen, dann die von Rüdiger und zwischendrin werden immer wieder kleiner Probleme aufgeworfen, auf die man erst später wieder zurück kommt. Der Aufbau ist dramaturgisch einfach mal gut. Und sich bei den doch recht umfangreichen möglichen Vorlagen so weit zu begrenzen ist durchaus auch eine Kunst.
Und die Inszenierung ist ebenfalls gelungen. Mutter und Vater sehen ihren Rollen entsprechend eher unbedeutend aus, die Vampire haben ein wenig was von Geistern mit Reißzähnen, Anton macht seinem Nachnahmen alle Ehre und Geiermeier... irgendwie hat der mich an den Alten Sack erinnernt, zwar noch ohne Rollstuhl (und mit einer kindgerechteren Sprache), aber nicht mehr so weit davon entfernt.
Und Antons Wohung oder der Friedhof werden jeweils mit einer hängenden, gefütterten und zugeschnittenen Stoffbahn gekennzeichnet. Das funktioniert erfreulich gut.
Klingt jetzt vielleicht nicht so ganz nach einem Kompliment, zumindest nicht so sehr wie das eigentlich beabsichtigt war, aber auf jeden Fall sehenswert. Die Kinder waren wie gesagt begeistert. Für Neueinsteiger auf jeden Fall geeignet. Für Fans offensichtlich auch. Kurz: ein rundum gelungener Morgen.
(Im Grunde wollte ich mir ja nur was ansehen, damit ich heute ausgeglichen auf Arbeit gehen kann und die momentane Mehrbelastung besser wegstecke. Statt dessen liebäugle ich momentan damit meine Bibliotheksmitgliedschaft noch ein wenig weiter auszureizen. Da finden sich doch sicherlich noch mehr zum Thema. Mindestens die Bücher müßten zu finden sein. Und für diese unerwartete, wenn vielleicht auch nicht vollkommen unvorhersehbare Reaktion, eine respektvolle Verbeugung vor Katharina Kummer, Steffi König und Magda Lena Schlott, sowie Allen die hinter der Bühne an diesem Stück beteiligt waren.)
Samstag, 29. Januar 2011
Ostseeballade
Ich habe mir gestern Abend die Ostseeballade angesehen.
Um den Inhalt ganz grob zusammen zu fassen: auf einer einsamen Insel erhält ein Mann einen Anruf. Die Mauer ist gefallen. Einfach so. Von einem Tag auf den anderen. Jetzt könnte er so viel tun... zum Beispiel eine alte Geschichte endlich ins rechte Lot rücken, nur...
Tja, und ab hier wird es dann langsam kompliziert.
Zum einen und in erster Linie geht es um die deutsche Geschichte. Um die unfreiwilligen Völkerwanderungen nach dem zweiten Weltkrieg, die "Flucht vor den Russen", die Menschen die es nicht geschafft haben, um Notgemeinschaften und um den verzweifelten Versuch zu überleben und darum wieder Tritt zu fassen.
Es geht aber auch um die Teilung Deutschlands, einen gescheiterten Fluchtversuch und die Konsequenzen.
Und um eine Zeit in der Menschen innere Wunden erlitten haben, die ein Leben lang nicht mehr geheilt sind.
Was es etwas schwer macht zu folgen ist die Tatsache, dass beide Geschichten im Wechsel erzählt werden. Man braucht ein wenig, das ganze im Kopf zu ordnen. Ich bin mir auch nicht ganz sicher ob ich richtig mitbekommen habe, wie die Handlungsstränge zusammen hängen. Aber die sind am Ende eigentlich auch egal, denn es ist und bleibt eine beklemmende Darstellung deutscher Geschichte.
Keine leichte Kost, aber sehr sehenswert.
Um den Inhalt ganz grob zusammen zu fassen: auf einer einsamen Insel erhält ein Mann einen Anruf. Die Mauer ist gefallen. Einfach so. Von einem Tag auf den anderen. Jetzt könnte er so viel tun... zum Beispiel eine alte Geschichte endlich ins rechte Lot rücken, nur...
Tja, und ab hier wird es dann langsam kompliziert.
Zum einen und in erster Linie geht es um die deutsche Geschichte. Um die unfreiwilligen Völkerwanderungen nach dem zweiten Weltkrieg, die "Flucht vor den Russen", die Menschen die es nicht geschafft haben, um Notgemeinschaften und um den verzweifelten Versuch zu überleben und darum wieder Tritt zu fassen.
Es geht aber auch um die Teilung Deutschlands, einen gescheiterten Fluchtversuch und die Konsequenzen.
Und um eine Zeit in der Menschen innere Wunden erlitten haben, die ein Leben lang nicht mehr geheilt sind.
Was es etwas schwer macht zu folgen ist die Tatsache, dass beide Geschichten im Wechsel erzählt werden. Man braucht ein wenig, das ganze im Kopf zu ordnen. Ich bin mir auch nicht ganz sicher ob ich richtig mitbekommen habe, wie die Handlungsstränge zusammen hängen. Aber die sind am Ende eigentlich auch egal, denn es ist und bleibt eine beklemmende Darstellung deutscher Geschichte.
Keine leichte Kost, aber sehr sehenswert.
Mittwoch, 26. Januar 2011
Der erste Traum des Leuchtturmwärters
Nach Shockhead Peter hatte ich wirklich vor mich näher mit dem Puppentheater zu beschäftigen. Es hat ewig gedauert, aber endlich ist es so weit. Es hat sich gelohnt. Es wird mehr folgen. Und hier beginnen wir mit dem Ersten Traum des Leuchtturmwärters.
Warum es ein Glücksfall war, dass ich so lange gewartet habe, erkläre ich zum Schluss.
Aber schauen wir erst einmal, wie weit wir mit einer konventionellen Chronologie kommen. Und wenn sich das mit dem Vorsatz beißt nicht zu viel zu verraten, dann kommen wir einfach auf den Glücksfall zurück.
Das eigentliche Stück handelt von einem Leuchtturmwärter. Ich weiß, so viel war offensichtlich. Nur hat sich bisher keiner für seine Geschichte interessiert. Und wo wir schon mal da sind...
Es geht eigentlich um die Lebensgeschichte eines Mann, der nie schlafen oder träumen konnte. Und der bisher auch nicht wusste, was ihm entgeht. Und irgendwo zwischen dem Moment, als der Sandmann zum ersten Mal begreift, dass er diesen Menschen bisher immer vergessen hat, und dem ersten Traum, erfährt der Zuschauer auf eine mitunter recht lakonische Art die wichtigsten Eckdaten dieses Lebens.
Das war das eine, dass mich wirklich beeindruckt hat: die Tatsache, dass man mit ein oder zwei Sätzen, sehr pointiert Bilder vermitteln kann, ohne diese direkt auszusprechen.
Und dann ist das Puppenspielen selbst etwas, dass mich einfach fasziniert. Ein Freund hat mir mal erklärt: als Schauspieler gibt man einer Figur ein, vielleicht zwei, höchstens drei feste Gesten oder Ticks mit und das muss als Charakterisierung neben dem Text reichen. Oft genug tut es das auch. Aber wie zeigt man, dass eine Puppe gelangweilt auf dem Bett sitzt? Klar, sitzen. Das gelangweilte hin und her schauen. Und? Das schon fast unbewusste Trommeln der Hand auf dem Kissen.
Und ich verstehe es beim sehen. Ich verstehe in dem Moment, dass es die Handbewegung ist, die das ganze wirklich lebendig werden lässt. Und ich kann trotzdem nicht aufhören fasziniert hin zu sehen. Und genau das ist es, was mich am Ende mit der Handlung mit gehen lässt.
Und ich verstehe auch endlich, warum ich schon mehrfach gehört habe, dass Puppentheater sei gar nicht in erster Linie für die Kinder da. Natürlich können Kinder hier folgen. Wahrscheinlich sogar problemlos. Aber hinter der knappen Ausdrucksart stehen manchmal sehr komplexe Gedanken - die mich in der Darstellungsart wirklich begeistert haben.
Abgesehen von vielen wirklich liebevollen Kleinigkeiten. Sei es nun das Leuchtturmlicht oder das halb-runde Bett. Oder eines der anderen...
So, genug geschwärmt. Kommen wir noch zu dem Glücksfall vom Anfang zu sprechen:
Ich bin erst eine halbe Stunde vor der Veranstaltung dazu gekommen mir die Karte zu besorgen. Und ich stellte vor Ort fest, dass sich neben mir noch mindestens eine größere Gruppe eingefunden hatte. Und, eigentlich in erster Linie denen, im Grunde aber uns allen, hat man daher eine Theaterpädagogin an die Seite gestellt, die nun versuchen durfte einen Raum Erwachsener einleitend zu bespaßen.
Auf jeden Fall hat hat sie uns schon ein Mal beruhigt, wir müssten nicht beim Stück mitspielen. Was sie aber nicht daran hinderte uns am Ende je einen Stift und ein Blatt in die Hand zu geben und uns zu bitten, alles festzuhalten, was uns dazu spontan einfällt, egal ob in Wort oder Bild. Natürlich nur für uns selbst...
Wer bei so was Mitmach-Phobien verspürt sei beruhigt: es ging eigentlich nur darum den Darstellern eine Umziehpause zu gönnen.Die standen nämlich wirklich noch Rede und Antwort.
Hier wird es dann vielleicht auch noch mal für die interessant, die schon drin waren:
Wir haben unter anderem erfahren, dass es noch zur Premiere ein komplett anderes Bühnenbild gab. Es gibt ja einen kleinen Leuchtturm, vorne auf der Bühne, auf dem zu Beginn die Handlung spielt. Und dann noch mal das Innere des Leuchtturms auf der eigentlichen Bühne, auf der ein Großteil der Handlung spielt.
Die Aufteilung ist komplett gleich geblieben. Nur haben Kommentar von Kollegen dazu geführt, dass praktisch die gesamte Kulisse auf der Bühne mit einer Art weißen Patina überzogen wurde. Sieht sehr gut aus, ist aber noch nicht lange so. Es soll einfach den Übergang einfacher machen.
In der Konzeptionsphase sind wohl auch zwei Puppen aus dem Theaterstück herausgestrichen, namentlich eine ältere Version des Jungen und... die offensichtliche Leerstelle.
Wups, da hätte ich doch fast zu viel verraten. Und ich bin mir noch nicht mal ganz sicher, ob ich Letzteres überhaupt hätte sagen sollen. Aber interessant war's durchaus.
Ich fand die Vorstellung auf jeden Fall sehr angenehm. Und vor allem beruhigend, dass fast alle Anwesenden merklich älter waren als ich.
So, und mir rennt jetzt die Zeit davon.
Das Puppentheater ist auf jeden Fall einen Versuch wert. Ich kenne auch Menschen, die mit dieser Art von Darstellung gar nichts anfangen können. Aber Alles in Allem war es ein wirklich gutes Stück, das Lust auf mehr gemacht hat.
Warum es ein Glücksfall war, dass ich so lange gewartet habe, erkläre ich zum Schluss.
Aber schauen wir erst einmal, wie weit wir mit einer konventionellen Chronologie kommen. Und wenn sich das mit dem Vorsatz beißt nicht zu viel zu verraten, dann kommen wir einfach auf den Glücksfall zurück.
Das eigentliche Stück handelt von einem Leuchtturmwärter. Ich weiß, so viel war offensichtlich. Nur hat sich bisher keiner für seine Geschichte interessiert. Und wo wir schon mal da sind...
Es geht eigentlich um die Lebensgeschichte eines Mann, der nie schlafen oder träumen konnte. Und der bisher auch nicht wusste, was ihm entgeht. Und irgendwo zwischen dem Moment, als der Sandmann zum ersten Mal begreift, dass er diesen Menschen bisher immer vergessen hat, und dem ersten Traum, erfährt der Zuschauer auf eine mitunter recht lakonische Art die wichtigsten Eckdaten dieses Lebens.
Das war das eine, dass mich wirklich beeindruckt hat: die Tatsache, dass man mit ein oder zwei Sätzen, sehr pointiert Bilder vermitteln kann, ohne diese direkt auszusprechen.
Und dann ist das Puppenspielen selbst etwas, dass mich einfach fasziniert. Ein Freund hat mir mal erklärt: als Schauspieler gibt man einer Figur ein, vielleicht zwei, höchstens drei feste Gesten oder Ticks mit und das muss als Charakterisierung neben dem Text reichen. Oft genug tut es das auch. Aber wie zeigt man, dass eine Puppe gelangweilt auf dem Bett sitzt? Klar, sitzen. Das gelangweilte hin und her schauen. Und? Das schon fast unbewusste Trommeln der Hand auf dem Kissen.
Und ich verstehe es beim sehen. Ich verstehe in dem Moment, dass es die Handbewegung ist, die das ganze wirklich lebendig werden lässt. Und ich kann trotzdem nicht aufhören fasziniert hin zu sehen. Und genau das ist es, was mich am Ende mit der Handlung mit gehen lässt.
Und ich verstehe auch endlich, warum ich schon mehrfach gehört habe, dass Puppentheater sei gar nicht in erster Linie für die Kinder da. Natürlich können Kinder hier folgen. Wahrscheinlich sogar problemlos. Aber hinter der knappen Ausdrucksart stehen manchmal sehr komplexe Gedanken - die mich in der Darstellungsart wirklich begeistert haben.
Abgesehen von vielen wirklich liebevollen Kleinigkeiten. Sei es nun das Leuchtturmlicht oder das halb-runde Bett. Oder eines der anderen...
So, genug geschwärmt. Kommen wir noch zu dem Glücksfall vom Anfang zu sprechen:
Ich bin erst eine halbe Stunde vor der Veranstaltung dazu gekommen mir die Karte zu besorgen. Und ich stellte vor Ort fest, dass sich neben mir noch mindestens eine größere Gruppe eingefunden hatte. Und, eigentlich in erster Linie denen, im Grunde aber uns allen, hat man daher eine Theaterpädagogin an die Seite gestellt, die nun versuchen durfte einen Raum Erwachsener einleitend zu bespaßen.
Auf jeden Fall hat hat sie uns schon ein Mal beruhigt, wir müssten nicht beim Stück mitspielen. Was sie aber nicht daran hinderte uns am Ende je einen Stift und ein Blatt in die Hand zu geben und uns zu bitten, alles festzuhalten, was uns dazu spontan einfällt, egal ob in Wort oder Bild. Natürlich nur für uns selbst...
Wer bei so was Mitmach-Phobien verspürt sei beruhigt: es ging eigentlich nur darum den Darstellern eine Umziehpause zu gönnen.Die standen nämlich wirklich noch Rede und Antwort.
Hier wird es dann vielleicht auch noch mal für die interessant, die schon drin waren:
Wir haben unter anderem erfahren, dass es noch zur Premiere ein komplett anderes Bühnenbild gab. Es gibt ja einen kleinen Leuchtturm, vorne auf der Bühne, auf dem zu Beginn die Handlung spielt. Und dann noch mal das Innere des Leuchtturms auf der eigentlichen Bühne, auf der ein Großteil der Handlung spielt.
Die Aufteilung ist komplett gleich geblieben. Nur haben Kommentar von Kollegen dazu geführt, dass praktisch die gesamte Kulisse auf der Bühne mit einer Art weißen Patina überzogen wurde. Sieht sehr gut aus, ist aber noch nicht lange so. Es soll einfach den Übergang einfacher machen.
In der Konzeptionsphase sind wohl auch zwei Puppen aus dem Theaterstück herausgestrichen, namentlich eine ältere Version des Jungen und... die offensichtliche Leerstelle.
Wups, da hätte ich doch fast zu viel verraten. Und ich bin mir noch nicht mal ganz sicher, ob ich Letzteres überhaupt hätte sagen sollen. Aber interessant war's durchaus.
Ich fand die Vorstellung auf jeden Fall sehr angenehm. Und vor allem beruhigend, dass fast alle Anwesenden merklich älter waren als ich.
So, und mir rennt jetzt die Zeit davon.
Das Puppentheater ist auf jeden Fall einen Versuch wert. Ich kenne auch Menschen, die mit dieser Art von Darstellung gar nichts anfangen können. Aber Alles in Allem war es ein wirklich gutes Stück, das Lust auf mehr gemacht hat.
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