Einen wunderschönen guten Morgen. ^^
Es ist Sonntag, es lichterfestet, der Himmel ist so halbwegs blau und wer von Euch noch gar keine Ahnung hat wo er heute Abend hin soll:
The Aberlour's spielen heute Abend im nT.
Celtic Folk'n'Beat, wie sie es selbst bezeichnen würden.
Zum Appetit holen hier mal die Homepage:
http://www.aberlours.de
Ich freue mich auf jeden Fall die Band endlich mal wieder zu sehen! ^_^
(Ich glaube das letzte Konzert von denen das auf einen Tag fiel an dem ich Zeit hatte und in der Nähe war, war so vor ungefähr fünf Jahren...)
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Sonntag, 6. November 2011
Samstag, 17. September 2011
Die Weber
Ufts.
Ich bin erst mal wieder zuhause. Und ich glaube das beste Wort, dass mir für die Weber Inszenierung einfällt ist "Ausdrucksstark".
Das Ganze fing eigentlich ganz harmlos an. Genauso wie bei der Fabelhaften Familie Baader gab es eine Einführung zum Stück, auch wenn das Foyer vorm Saal vielleicht nur bedingt akustisch geeignet ist. Auf jeden Fall hatten wir alle die Möglichkeit verschüttetes Grundwissen aus dem Schulunterricht zu reanimieren.
Mit einem gewissen Augenzwinkern erfuhr man auch noch, dass Henriette Hörnigk durchgesetzt hat, dass dieses Stück auf dem Spielplan steht und Jörg Steinberg durchgesetzt hat, dass Jo Fabian die Regie übernahm. Und das Gerhart Hauptmann - von dem das Stück ja ursprünglich mal stammte - sich im Rahmen der Zensur so lange hin und her gewunden hat, dass heute nur noch schwer auszumachen ist, was er damit eigentlich zum Ausdruck bringen wollte. Überhaupt scheint das Stück um die leidenden Weber eine recht bewegte Geschichte hinter sich zu haben.
Und - Achtung, schlechte Überleitung - bewegt geht das Stück dann auch los.
Wir sehen eine weiße Fläche, in der Mitte ein Roter Teich oder Klärtümpel (kommt auf die Interpretation an), Karl-Fred Müller spielt in einer einsamen Ecke Akkordeon. Und nach und nach steigen die Darsteller aus den Untiefen der Bühne auf, begleitet von Nebel und rotem Licht. Über die Mitte der Bühne sind frei hängende Eisenstangen gespannt und zwischen denen laufen die Darsteller vorerst hin und her, das Muster von Schussfäden imitierend.
Der Zuschauer kann sich bei der Gelegenheit schon mal an das triste Einheitsschwarz der Weber und die langen Zottelmähnen gewöhnen. Die Stimmung löst sich langsam, geht in eine Art von Tanz über und wie immer wenn es langsam lustig wird, plärrt von irgendwoher ein Spielverderber, sie sollen damit aufhören. Es handelt sich hierbei um den Expedienten, eine Art Vorsteher des Fabrikeigentümers. Und wo der ist, ist sein Herr natürlich auch nicht weit.
Ich behaupte jetzt mal in germanistischer Selbstüberschätzung, dass ich hier hoffentlich Keinem erklären muss wie die Geschichte mit den Webern weiter geht.
Und bringe wir an der Stelle einfach mal das Schlimmste hinter uns:
es ist im Grunde genau die Art von Modernen Theater vor dem ich mich normalerweise drücke und mit dem ich eigentlich nichts anfangen kann. Dafür war der Abend aber echt gut.
Im Großen und Ganzen ist das Stück einfach sehr auf das wesentliche Reduziert und mutet bei gerade einmal einer Stunde dreizig doch die eine oder andere Leerstelle zu, die man entweder gespannt auf Kleinigkeiten schaut (meine Reaktion) oder Reflexartig immer wieder mal das Handy zückt um zu schauen wie lange man noch muss (die Reaktion links neben mir).
Davon abgesehen arbeitet das Stück - wenn man einmal um das karge Bühnebild herum schaut - eigentlich mit sehr konventionellen Versatzstücken.
Die Dialoge der Weber sind sehr überschaubar, in einem sehr urigen Dialekt, der zumindest mir nicht direkt ins Ohr ging. Man hat trotzdem verstanden worum es ging.
Ein bisschen Klischee ist natürlich auch mit dabei, wie etwa der ewig fressende Pfaffe, der gierige und geistig eher wenig begütete Fabriksleiter und eine sehr klassische Aufteilung der Welt in Oben und Unten und ein klein wenig Mitte.
Das ganze untermalt von eingängiger Musik, von Rammstein über chorale Gesänge bis zu Apocalyptica.
Und der gewaltsamere Teil der Handlung ist sehr zurück genommen.
Das klingt jetzt so niedergeschrieben nicht unbedingt nach einer gelungenen Mischung, der Punkt ist aber: wenn man bereit ist sich darauf einzulassen, ist das Stück wirklich gut. Da es fast nichts gibt was einen ablenken könnte, schlagen die Dialoge und Beschwerden direkt ein.
Auf jeden Fall eine sehr interessante Mischung aus Entschleunigung und Wut.
Um das mal so auf den Punkt zu bringen.
Und ich habe gerade mal mit einem Auge geillert, was MZ Web so macht, weil ich eigentlich halb davon ausgegangen bin, noch irgendwo eine Harz 4 Referenz zu finden. (Fehler meinerseits, die war nicht mit dabei)
Aber mir ist bei der Gelegenheit noch einmal ins Auge gesprungen, dass das was ich hier eher schlecht als recht zu vermitteln versucht habe Jo Fabians ganz persönliche Handschrift ist. Eine Mischung aus Massenszenen, Musik, minutiöser Choreographie und etwas eigenwilliger Bearbeitung.
Es ist, wie gesagt, nicht die Art von Theater für die ich gerne mit Genuss wieder kommen würde, aber das Stück trägt auf jeden Fall eine interessante Handschrift. Und um sich einmal von einem Klassiker umhauen zu lassen, ist das eine echt gute Gelegenheit.
Ich bin erst mal wieder zuhause. Und ich glaube das beste Wort, dass mir für die Weber Inszenierung einfällt ist "Ausdrucksstark".
Das Ganze fing eigentlich ganz harmlos an. Genauso wie bei der Fabelhaften Familie Baader gab es eine Einführung zum Stück, auch wenn das Foyer vorm Saal vielleicht nur bedingt akustisch geeignet ist. Auf jeden Fall hatten wir alle die Möglichkeit verschüttetes Grundwissen aus dem Schulunterricht zu reanimieren.
Mit einem gewissen Augenzwinkern erfuhr man auch noch, dass Henriette Hörnigk durchgesetzt hat, dass dieses Stück auf dem Spielplan steht und Jörg Steinberg durchgesetzt hat, dass Jo Fabian die Regie übernahm. Und das Gerhart Hauptmann - von dem das Stück ja ursprünglich mal stammte - sich im Rahmen der Zensur so lange hin und her gewunden hat, dass heute nur noch schwer auszumachen ist, was er damit eigentlich zum Ausdruck bringen wollte. Überhaupt scheint das Stück um die leidenden Weber eine recht bewegte Geschichte hinter sich zu haben.
Und - Achtung, schlechte Überleitung - bewegt geht das Stück dann auch los.
Wir sehen eine weiße Fläche, in der Mitte ein Roter Teich oder Klärtümpel (kommt auf die Interpretation an), Karl-Fred Müller spielt in einer einsamen Ecke Akkordeon. Und nach und nach steigen die Darsteller aus den Untiefen der Bühne auf, begleitet von Nebel und rotem Licht. Über die Mitte der Bühne sind frei hängende Eisenstangen gespannt und zwischen denen laufen die Darsteller vorerst hin und her, das Muster von Schussfäden imitierend.
Der Zuschauer kann sich bei der Gelegenheit schon mal an das triste Einheitsschwarz der Weber und die langen Zottelmähnen gewöhnen. Die Stimmung löst sich langsam, geht in eine Art von Tanz über und wie immer wenn es langsam lustig wird, plärrt von irgendwoher ein Spielverderber, sie sollen damit aufhören. Es handelt sich hierbei um den Expedienten, eine Art Vorsteher des Fabrikeigentümers. Und wo der ist, ist sein Herr natürlich auch nicht weit.
Ich behaupte jetzt mal in germanistischer Selbstüberschätzung, dass ich hier hoffentlich Keinem erklären muss wie die Geschichte mit den Webern weiter geht.
Und bringe wir an der Stelle einfach mal das Schlimmste hinter uns:
es ist im Grunde genau die Art von Modernen Theater vor dem ich mich normalerweise drücke und mit dem ich eigentlich nichts anfangen kann. Dafür war der Abend aber echt gut.
Im Großen und Ganzen ist das Stück einfach sehr auf das wesentliche Reduziert und mutet bei gerade einmal einer Stunde dreizig doch die eine oder andere Leerstelle zu, die man entweder gespannt auf Kleinigkeiten schaut (meine Reaktion) oder Reflexartig immer wieder mal das Handy zückt um zu schauen wie lange man noch muss (die Reaktion links neben mir).
Davon abgesehen arbeitet das Stück - wenn man einmal um das karge Bühnebild herum schaut - eigentlich mit sehr konventionellen Versatzstücken.
Die Dialoge der Weber sind sehr überschaubar, in einem sehr urigen Dialekt, der zumindest mir nicht direkt ins Ohr ging. Man hat trotzdem verstanden worum es ging.
Ein bisschen Klischee ist natürlich auch mit dabei, wie etwa der ewig fressende Pfaffe, der gierige und geistig eher wenig begütete Fabriksleiter und eine sehr klassische Aufteilung der Welt in Oben und Unten und ein klein wenig Mitte.
Das ganze untermalt von eingängiger Musik, von Rammstein über chorale Gesänge bis zu Apocalyptica.
Und der gewaltsamere Teil der Handlung ist sehr zurück genommen.
Das klingt jetzt so niedergeschrieben nicht unbedingt nach einer gelungenen Mischung, der Punkt ist aber: wenn man bereit ist sich darauf einzulassen, ist das Stück wirklich gut. Da es fast nichts gibt was einen ablenken könnte, schlagen die Dialoge und Beschwerden direkt ein.
Auf jeden Fall eine sehr interessante Mischung aus Entschleunigung und Wut.
Um das mal so auf den Punkt zu bringen.
Und ich habe gerade mal mit einem Auge geillert, was MZ Web so macht, weil ich eigentlich halb davon ausgegangen bin, noch irgendwo eine Harz 4 Referenz zu finden. (Fehler meinerseits, die war nicht mit dabei)
Aber mir ist bei der Gelegenheit noch einmal ins Auge gesprungen, dass das was ich hier eher schlecht als recht zu vermitteln versucht habe Jo Fabians ganz persönliche Handschrift ist. Eine Mischung aus Massenszenen, Musik, minutiöser Choreographie und etwas eigenwilliger Bearbeitung.
Es ist, wie gesagt, nicht die Art von Theater für die ich gerne mit Genuss wieder kommen würde, aber das Stück trägt auf jeden Fall eine interessante Handschrift. Und um sich einmal von einem Klassiker umhauen zu lassen, ist das eine echt gute Gelegenheit.
Sonntag, 11. September 2011
Große Freiheit 51
Woah, Hilfe. Nachdem mich gestern wohlmeinende Menschen mit insgesamt vier Kaffee abgefüllt haben und es bei der Premiere zur Großen Freiheit 51 auch noch Sekt gab... irgendwie bin ich heute nicht wirklich zu etwas zu gebrauchen, was Hirn erfordert.
Künstlerisch wertvolle Rezensionen sind heute auf jeden Fall Mangelware.
Dabei war die gestrige Premiere durchaus unterhaltsam.
Matthias Brenner - der gestern Geburtstag hatte, wie der eine oder andere vielleicht mitbekommen hat - sah sich auf Grund der Doppelveranstaltung mit IC Falkenberg veranlasst die Premiere gestern um ein ganzes Stück zu kürzen, und zwar direkt am Anfang. Als Hilmar Eichhorn meinte, er würde seinen großen Traum jetzt nicht erzählen, weil die Zeit eilt, aber beim nächsten Mal, da würde er ihn erzählen und wir müssten eben einfach noch einmal wieder kommen, wenn wir ihn hören wollten... nun, da hat er das ernst gemeint. Der Anfang soll wohl ein ganzes Stück länger sein und auf den Handzetteln steht eigentlich auch noch, dass das Ensemble bei der Einleitung hätte mitwirken sollen...
Fairer weise werde ich mich dann auch nicht über besagten Epilog äußern. Vielleicht wenn ich ihn mir aufgrund unfairer Werbemaßnahmen noch mal angesehen habe. ;P
Nah, der Abend war durchaus in Ordnung. Das eigentliche Problem des Stückes ist wirklich nicht, dass irgendwo gekürzt wurde oder werden musste. Es liegt auch nicht an der Stückauswahl, die ich an anderer Stelle schon mal erwähnt hatte. Es ist für jeden Geschmack etwas dabei: modernes Theater (Heiner Müller), sozialkritisches Kostümstücke (Lenz - Sturm und Drang), Tagespolitisches, eine sehr freie Neuauflage der Bremer Stadtmusikanten, eine kleine Reflektion auf die Lage der Kulturinsel (wieder Heiner Müller) und Verarbeitungen von mehr oder weniger bekannten Filmen (Coffee and Cigarettes und Woody Allen).
Kurz: für jeden etwas.
Und wenn ich ehrlich bin: mir hat unterm Strich Daisy am besten gefallen (ein wirklich niedliches Schaf, und ja, ich mag Puppentheater). Und Alexander Pensel war wirklich hervorragend, denn zumindest für mich kam seine Rolle vollkommen unerwartet. Nur mit Heiner Müller bin ich trotz mehrerer Versuche von Seiten der Germanistik irgendwie nie vollkommen warm geworden.
Wem da nun was am ehesten zusagt ist eh subjektiv, also Schwamm drüber.
Wo ist also das Problem?
Wobei Problem schon wieder ein wenig übertrieben klingt.
Das gesamte Konzept ist unglaublich auf Lücke gebastelt.
Am Anfang hatte jeder ein Programmheft in die Hand bekommen, auf dem ein Buchstabe stand. Entsprechen sollten sich die Zuschauer dann den Gruppen zuordnen (wobei sich viele die Freiheit nahmen sich eher ihren Bekannten als den ihnen zugeteilten Buchstaben zuzuordnen.) und los geht es.
Die Runde durch die Kulturinsel ist festgelegt, die Reihenfolge ist im Grunde immer die gleiche, nur die Startpunkte sind verschieden. Und geplant war, dass jeder Wechsel zwischen den Orten genau zwei Minuten dauert.
Es geht ganz generell, wenn man gut zu Fuß ist. Aber der Knackpunkt ist einfach der: so schön es ist, die Inszenierung ist definitiv nicht Behindertengerecht.
Um das kurz zu erklären: Man sitzt, 8 Minuten wird eine Szene gespielt, in den folgenden zwei Minuten wird geklatscht, Alle erheben sich und bilden eine Menschentraube vor (zumeist) Doppelflügelige Türen von denen nur eine Seite offen ist. Es staut sich, man hastet anschließend durch Gänge, drängelt sich genauso koordiniert durch eine weitere Doppeltür und sucht einen Platz, bevor es weiter geht.
Gruppenstärke liegt so bei grob 30 Leuten, eingeplante Zeit für das ganze Prozedere: wie gesagt, 2 Minuten.
Ich habe zwischendrinnen angefangen auf das Klatschen zu verzichten, immerhin sollte es ja schnell gehen. Und der Punkt ist einfach: so riesig und beeindruckend das ganze Gebäude wirkte, als man zur Einführungsmatinee durchgelotst wurde: davon kriegt man zur Vorstellung einfach nichts mehr mit. Man ist viel zu sehr mit eilen beschäftigt.
Und ich bin schon wieder mäkelig, oder?
Wenn man gut zu Fuß ist ist das Konzept auf jeden Fall zu bewältigen. Und wenn man wenig nach links und rechts schaut und einfach den Massen, den Linien auf dem Fußboden oder den "Schließer" genannten Gruppenführern folgt auch.
Als alternatives Spielkonzept ist es auf jeden Fall interessant, auch wenn ich vorerst nicht in der Nähe wohnen möchte. Das Nebelhorn hat man schon am Freitag über den gesamten Uniplatz gehört. Das Ding ist echt laut.
Logistisch definitiv eine Riesen Leistung.
UND einen Heiden Respekt an die Darsteller. Ich bin dank der Uni einiges gewohnt. Klimaanlage und Lüftung sind nie die wichtigsten Anschaffungen für ein Institut. Und so haben nicht Wenige von uns schon zig Seminare in Sauerstoffmangel bei kuscheliger Hitze verdöst. Bei den Bedingungen anderthalb Stunden lang auf Text, Timing und alles weiter zu achten: Respekt. Die Meisten von uns waren in den Seminaren froh, wenn sie nach 20 Minuten wieder ihre Ruhe hatten.
Künstlerisch wertvolle Rezensionen sind heute auf jeden Fall Mangelware.
Dabei war die gestrige Premiere durchaus unterhaltsam.
Matthias Brenner - der gestern Geburtstag hatte, wie der eine oder andere vielleicht mitbekommen hat - sah sich auf Grund der Doppelveranstaltung mit IC Falkenberg veranlasst die Premiere gestern um ein ganzes Stück zu kürzen, und zwar direkt am Anfang. Als Hilmar Eichhorn meinte, er würde seinen großen Traum jetzt nicht erzählen, weil die Zeit eilt, aber beim nächsten Mal, da würde er ihn erzählen und wir müssten eben einfach noch einmal wieder kommen, wenn wir ihn hören wollten... nun, da hat er das ernst gemeint. Der Anfang soll wohl ein ganzes Stück länger sein und auf den Handzetteln steht eigentlich auch noch, dass das Ensemble bei der Einleitung hätte mitwirken sollen...
Fairer weise werde ich mich dann auch nicht über besagten Epilog äußern. Vielleicht wenn ich ihn mir aufgrund unfairer Werbemaßnahmen noch mal angesehen habe. ;P
Nah, der Abend war durchaus in Ordnung. Das eigentliche Problem des Stückes ist wirklich nicht, dass irgendwo gekürzt wurde oder werden musste. Es liegt auch nicht an der Stückauswahl, die ich an anderer Stelle schon mal erwähnt hatte. Es ist für jeden Geschmack etwas dabei: modernes Theater (Heiner Müller), sozialkritisches Kostümstücke (Lenz - Sturm und Drang), Tagespolitisches, eine sehr freie Neuauflage der Bremer Stadtmusikanten, eine kleine Reflektion auf die Lage der Kulturinsel (wieder Heiner Müller) und Verarbeitungen von mehr oder weniger bekannten Filmen (Coffee and Cigarettes und Woody Allen).
Kurz: für jeden etwas.
Und wenn ich ehrlich bin: mir hat unterm Strich Daisy am besten gefallen (ein wirklich niedliches Schaf, und ja, ich mag Puppentheater). Und Alexander Pensel war wirklich hervorragend, denn zumindest für mich kam seine Rolle vollkommen unerwartet. Nur mit Heiner Müller bin ich trotz mehrerer Versuche von Seiten der Germanistik irgendwie nie vollkommen warm geworden.
Wem da nun was am ehesten zusagt ist eh subjektiv, also Schwamm drüber.
Wo ist also das Problem?
Wobei Problem schon wieder ein wenig übertrieben klingt.
Das gesamte Konzept ist unglaublich auf Lücke gebastelt.
Am Anfang hatte jeder ein Programmheft in die Hand bekommen, auf dem ein Buchstabe stand. Entsprechen sollten sich die Zuschauer dann den Gruppen zuordnen (wobei sich viele die Freiheit nahmen sich eher ihren Bekannten als den ihnen zugeteilten Buchstaben zuzuordnen.) und los geht es.
Die Runde durch die Kulturinsel ist festgelegt, die Reihenfolge ist im Grunde immer die gleiche, nur die Startpunkte sind verschieden. Und geplant war, dass jeder Wechsel zwischen den Orten genau zwei Minuten dauert.
Es geht ganz generell, wenn man gut zu Fuß ist. Aber der Knackpunkt ist einfach der: so schön es ist, die Inszenierung ist definitiv nicht Behindertengerecht.
Um das kurz zu erklären: Man sitzt, 8 Minuten wird eine Szene gespielt, in den folgenden zwei Minuten wird geklatscht, Alle erheben sich und bilden eine Menschentraube vor (zumeist) Doppelflügelige Türen von denen nur eine Seite offen ist. Es staut sich, man hastet anschließend durch Gänge, drängelt sich genauso koordiniert durch eine weitere Doppeltür und sucht einen Platz, bevor es weiter geht.
Gruppenstärke liegt so bei grob 30 Leuten, eingeplante Zeit für das ganze Prozedere: wie gesagt, 2 Minuten.
Ich habe zwischendrinnen angefangen auf das Klatschen zu verzichten, immerhin sollte es ja schnell gehen. Und der Punkt ist einfach: so riesig und beeindruckend das ganze Gebäude wirkte, als man zur Einführungsmatinee durchgelotst wurde: davon kriegt man zur Vorstellung einfach nichts mehr mit. Man ist viel zu sehr mit eilen beschäftigt.
Und ich bin schon wieder mäkelig, oder?
Wenn man gut zu Fuß ist ist das Konzept auf jeden Fall zu bewältigen. Und wenn man wenig nach links und rechts schaut und einfach den Massen, den Linien auf dem Fußboden oder den "Schließer" genannten Gruppenführern folgt auch.
Als alternatives Spielkonzept ist es auf jeden Fall interessant, auch wenn ich vorerst nicht in der Nähe wohnen möchte. Das Nebelhorn hat man schon am Freitag über den gesamten Uniplatz gehört. Das Ding ist echt laut.
Logistisch definitiv eine Riesen Leistung.
UND einen Heiden Respekt an die Darsteller. Ich bin dank der Uni einiges gewohnt. Klimaanlage und Lüftung sind nie die wichtigsten Anschaffungen für ein Institut. Und so haben nicht Wenige von uns schon zig Seminare in Sauerstoffmangel bei kuscheliger Hitze verdöst. Bei den Bedingungen anderthalb Stunden lang auf Text, Timing und alles weiter zu achten: Respekt. Die Meisten von uns waren in den Seminaren froh, wenn sie nach 20 Minuten wieder ihre Ruhe hatten.
Sonntag, 20. März 2011
Comedian Harmonists
Heute mal verhältnismäßig kurz und schmerzlos:
S. hatte mir die Comedian Harmonists im nT empfohlen. Nun ist es so, dass sie da auf Grund ihres Studiums weitaus näher am Thema dran ist als ich. Aber Empfehlungen kann man ja durchaus mal folgen. Um ehrlich zu sein habe ich wenig mehr als gute Musik erwartet und wenn man wirklich ehrlich sein möchte, dann bietet das Stück auch nicht viel mehr.
Das soll die Leistung selbst gar nicht klein Reden.
Neben Herrn Straube und Matthias Zeeb stehen nur Musiker auf der Bühne, kurz genannt die Java Five und mit mindestens zwei Sängern von den Stouxingers. Musikalisch ist das wirklich gut, und ich habe an dem Abend neben einer Menge bekanntem auch ein oder zwei neue Lieder gehört, von denen ich bisher nicht wusste, dass sie von den Comedian Harmonists sind.
Herr Straube hat einmal mehr unter Beweis gestellt, dass er sich für kein Kostüm zu schade ist. Außerdem brachte er noch ein oder zwei Melodien von Brecht unter.
Der Teil ist wirklich gut gelungen.
Nun ist das Problem - und ich denke mal das wissen die Meisten auch - dass die Comedian Harmonists ihre Band nicht freiwillig aufgegeben haben. Die Nazis haben irgendwann gesagt "50 Prozent der Mitglieder sind Jüdisch und dürfen darum nicht weiter musizieren. Lasst euch was einfallen." Und von da an war eine Einigung nur noch schwer möglich.
Nun weiß ich, dass es darüber eine Dokumentation gibt, in der die Mitglieder (mittlerweile alles alte Männer) noch einmal zu ihren Erinnerungen befragt wurden und da es sich damals noch um eine Zeit handelte, in der man seine schmutzige Wäsche nicht in der Öffentlichkeit wusch, haben es - so weit ich mich erinnere - auch Alle vermieden etwas schlechtes über einander zu sagen.
Das ist im Großen und Ganzen auch der Schluss, der im Stück transportiert wird. Alles andere wäre wahrscheinlich inhaltlich noch schwerer zu transportieren gewesen.
Aber so bleibt, so leid mir das tut, was von dem Stück über bleibt ist sehr gute Musik mit ein paar Fetzen von Rahmenhandlung, die zwar dazu gehören, weil es sich um die Comedian Harmonists handelt. Aber so richtig will sich daraus kein rundes Bild zusammen setzen.
Aber das ist - wie immer - nur meine persönliche Meinung. S. war begeistert, genauso wie die anderen Zuschauer. Wir haben eine doch recht beachtliche Reihe an Verbeugungen heraus geklatscht. Und die Musik ist über jeden Zweifel erhaben, um so mehr da Herr Zeeb sich Mühe gibt auch dem letzten verständlich zu machen, dass "Veronika, der Spargel wächst" sehr wenig mit Gemüse zu tun hat.
(Angeblich hat Götz Alsmann mal einen sehr lesenswerten Aufsatz über Anspielungen in alten Schlagern geschrieben, aber ich bin bisher nicht dazu gekommen das mal zu lesen... soll aber lustig sein.)
Wer neugierig geworden ist, oder einfach mal wieder ein bisschen was von den Comedian Harmonists hören möchte, sollte sich beeilen. Das Stück kommt nur noch zwei Mal, um Ostern herum.
Gesehen haben kann man es auf jeden Fall. Bei mir blieb trotzdem das Gefühl, dass es sich bei der Rahmenhandlung eher um ein Alibi als um alles andere handelte...
S. hatte mir die Comedian Harmonists im nT empfohlen. Nun ist es so, dass sie da auf Grund ihres Studiums weitaus näher am Thema dran ist als ich. Aber Empfehlungen kann man ja durchaus mal folgen. Um ehrlich zu sein habe ich wenig mehr als gute Musik erwartet und wenn man wirklich ehrlich sein möchte, dann bietet das Stück auch nicht viel mehr.
Das soll die Leistung selbst gar nicht klein Reden.
Neben Herrn Straube und Matthias Zeeb stehen nur Musiker auf der Bühne, kurz genannt die Java Five und mit mindestens zwei Sängern von den Stouxingers. Musikalisch ist das wirklich gut, und ich habe an dem Abend neben einer Menge bekanntem auch ein oder zwei neue Lieder gehört, von denen ich bisher nicht wusste, dass sie von den Comedian Harmonists sind.
Herr Straube hat einmal mehr unter Beweis gestellt, dass er sich für kein Kostüm zu schade ist. Außerdem brachte er noch ein oder zwei Melodien von Brecht unter.
Der Teil ist wirklich gut gelungen.
Nun ist das Problem - und ich denke mal das wissen die Meisten auch - dass die Comedian Harmonists ihre Band nicht freiwillig aufgegeben haben. Die Nazis haben irgendwann gesagt "50 Prozent der Mitglieder sind Jüdisch und dürfen darum nicht weiter musizieren. Lasst euch was einfallen." Und von da an war eine Einigung nur noch schwer möglich.
Nun weiß ich, dass es darüber eine Dokumentation gibt, in der die Mitglieder (mittlerweile alles alte Männer) noch einmal zu ihren Erinnerungen befragt wurden und da es sich damals noch um eine Zeit handelte, in der man seine schmutzige Wäsche nicht in der Öffentlichkeit wusch, haben es - so weit ich mich erinnere - auch Alle vermieden etwas schlechtes über einander zu sagen.
Das ist im Großen und Ganzen auch der Schluss, der im Stück transportiert wird. Alles andere wäre wahrscheinlich inhaltlich noch schwerer zu transportieren gewesen.
Aber so bleibt, so leid mir das tut, was von dem Stück über bleibt ist sehr gute Musik mit ein paar Fetzen von Rahmenhandlung, die zwar dazu gehören, weil es sich um die Comedian Harmonists handelt. Aber so richtig will sich daraus kein rundes Bild zusammen setzen.
Aber das ist - wie immer - nur meine persönliche Meinung. S. war begeistert, genauso wie die anderen Zuschauer. Wir haben eine doch recht beachtliche Reihe an Verbeugungen heraus geklatscht. Und die Musik ist über jeden Zweifel erhaben, um so mehr da Herr Zeeb sich Mühe gibt auch dem letzten verständlich zu machen, dass "Veronika, der Spargel wächst" sehr wenig mit Gemüse zu tun hat.
(Angeblich hat Götz Alsmann mal einen sehr lesenswerten Aufsatz über Anspielungen in alten Schlagern geschrieben, aber ich bin bisher nicht dazu gekommen das mal zu lesen... soll aber lustig sein.)
Wer neugierig geworden ist, oder einfach mal wieder ein bisschen was von den Comedian Harmonists hören möchte, sollte sich beeilen. Das Stück kommt nur noch zwei Mal, um Ostern herum.
Gesehen haben kann man es auf jeden Fall. Bei mir blieb trotzdem das Gefühl, dass es sich bei der Rahmenhandlung eher um ein Alibi als um alles andere handelte...
Montag, 28. Februar 2011
Stouxingers vocal virus!!
Da war doch gestern Abend noch was.
Zwar hatte ich vorgehabt in Begleitung aufzuschlagen und nicht alleine, aber der Abend war so oder so einfach Hammer. Kein Wunder, die meisten im Publikum schienen eingefleischte Fans zu sein. Mir hat mal wieder keiner vorher erklärt, auf was ich mich da eigentlich einlasse. So wußte ich auch nicht, dass die Herren und die eine Dame schon ziemlich lange zusammen musizieren, schon drei CDs heraus gebracht haben und mittlerweile auch eine DVD...
Bei mir hat es gestern leider am Kleingeld gemangelt, sonst hätte ich sicherlich spontan eine CD geholt, aber sei es drum, sie kommen ja noch zwei Mal ins nT...
Und bevor ich mich hier noch vorm ersten Kaffee um Kopf und Kragen tippe:
http://www.stouxingers.de/
Es gibt Hörproben, Videos, Hintergrund-Infos.
Und wer irgendwas mit Vocalmusik anfangen kann, sollte definitiv einen Blick darauf werfen. Ich war gestern begeistert.
Lose Rahmenhandlung, Running Gags, viel Humor und wirklich schöne Musik.
Und nicht enden wollende Standing Ovations. Ohne Scherz: am Ende mußten die nicht enden wollenden Zugabe-Rufe wirklich mit dem Hinweis abgewürgt werden, dass es einem der Gruppe nicht gut ging und er nach der Show einfach nicht mehr konnte. Sonst hätten die Zuschauer sich wahrscheinlich noch mindestens eine weitere Viertelstunde Zugaben herausgeklatscht.
Und wer dann erst mal angefixt ist und sich denkt: dass könnte man auch mal sehen:
Am 23sten März und am 30sten April sind sie das nächste Mal im nT, jeweils 19:30.
(Und nicht vergessen ein wenig Extra-Kleingeld einzupacken, um noch eine CD oder DVD zu kaufen.)
Von mir auf jeden Fall beide Daumen nach oben. Und gerne wieder.
Zwar hatte ich vorgehabt in Begleitung aufzuschlagen und nicht alleine, aber der Abend war so oder so einfach Hammer. Kein Wunder, die meisten im Publikum schienen eingefleischte Fans zu sein. Mir hat mal wieder keiner vorher erklärt, auf was ich mich da eigentlich einlasse. So wußte ich auch nicht, dass die Herren und die eine Dame schon ziemlich lange zusammen musizieren, schon drei CDs heraus gebracht haben und mittlerweile auch eine DVD...
Bei mir hat es gestern leider am Kleingeld gemangelt, sonst hätte ich sicherlich spontan eine CD geholt, aber sei es drum, sie kommen ja noch zwei Mal ins nT...
Und bevor ich mich hier noch vorm ersten Kaffee um Kopf und Kragen tippe:
http://www.stouxingers.de/
Es gibt Hörproben, Videos, Hintergrund-Infos.
Und wer irgendwas mit Vocalmusik anfangen kann, sollte definitiv einen Blick darauf werfen. Ich war gestern begeistert.
Lose Rahmenhandlung, Running Gags, viel Humor und wirklich schöne Musik.
Und nicht enden wollende Standing Ovations. Ohne Scherz: am Ende mußten die nicht enden wollenden Zugabe-Rufe wirklich mit dem Hinweis abgewürgt werden, dass es einem der Gruppe nicht gut ging und er nach der Show einfach nicht mehr konnte. Sonst hätten die Zuschauer sich wahrscheinlich noch mindestens eine weitere Viertelstunde Zugaben herausgeklatscht.
Und wer dann erst mal angefixt ist und sich denkt: dass könnte man auch mal sehen:
Am 23sten März und am 30sten April sind sie das nächste Mal im nT, jeweils 19:30.
(Und nicht vergessen ein wenig Extra-Kleingeld einzupacken, um noch eine CD oder DVD zu kaufen.)
Von mir auf jeden Fall beide Daumen nach oben. Und gerne wieder.
Sonntag, 13. Februar 2011
Pension Schöller
Ich habe zwar das Gefühl mich heiser gelacht zu haben, aber bitte: gestern war Hammer!
Und da mir neulich wirklich mal wer unterstellt hat ich würde über journalistische Fähigkeiten verfügen, schauen wir mal wie weit wir hier vor dem Mittag noch kommen:
Also:
Die Pension Schöller ist ein Lustspiel von Wilhelm Jacoby und Carl Laufs, welches 1890 in Berlin uraufgeführt wurde und das auch in Berlin spielt. Mit insgesamt 7 Verfilmungen zwischen 1930 und 1997 ist das Stück wahrscheinlich mal wieder bekannter als ich anfangs dachte. In einem Film von 1980 hat sogar der verstorbene Harald Junke mitgespielt.
Wie auch schon einmal gesagt sollte das eigentlich Reinhard Straubes Abschied vom festen Ensemble der Bühnen Halle einleiten. Nun bleibt er uns doch noch eine Weile erhalten (wie man mir an der Theaterkasse mitteilte) und das Stück wird trotzdem gegeben. Besser geht es doch eigentlich kaum - was sich im übrigen auch viele Hallenser gedacht haben. Trotz Konkurrenz durch Wetten das...? war gestern definitiv ausverkauft. Und wer zu spät kam, musste auf alternative Sitzplätze ausweichen. So was habe ich bisher nur im Puppentheater erlebt und das ist ja eine ganze Ecke kleiner.
Und was hat die nun Alle ins Theater gelockt? Die skurrilste Pension aller Zeiten: ein lebendes Krokodil samt Weltenbummler, eine Schriftstellerin, ein angehender Schauspieler mit Sprachfehler, heiratswütige Damen, ein duelierwütiger Major, überdrehte Verwandtschaft und jede Menge Missverständnisse.
Das Ganze verhält sich nämlich folgendermaßen:
Klapproth Senior, gespielt von Reinhard Straube, möchte nach seiner Pensionierung noch etwas erleben in der Welt und bittet seinen Neffen ihn mal auf eine Soiree einer Nervenheilanstalt mitzunehmen. Er habe nämlich gehört, dass es so was gebe. Und das würde er doch zu gerne einmal sehen.
Sein permanent verzweifelter Neffe Alfred, gespielt von Peter Weiß, stimmt nur aus einem einzigen Grund zu: sein Onkel hat ihm das Geld für die Eröffnung eines eigenen Künstlercafes in Aussicht gestellt. Aber dafür muss die Soiree her. Was also tun? Ganz einfach: die Pension Schöller als Nervenheilanstalt verkaufen. Genug skurrile Menschen laufen herum. Das wird dann schon irgendwie schief gehen... und zwar ganz gewaltig.
Ich habe mir heute morgen mal den eText dazu angesehen, der auf Wikipedia verlinkt ist. Und ohne das ganz gelesen zu haben, bin ich mir sehr sicher, dass ein paar grundlegende Streichungen und Aktualisierungen vorgenommen wurden. Geschadet hat es nicht. Nachdem das Publikum einmal warm wurde, brach sich ein Lacher nach dem anderen der Weg. Kein Wunder: geboten wird eine wunderbare Mischung aus Doppeldeutigkeiten ("Wärter, Wärter!" "Nicht Werther, Hamlet."), Absurdität (mein Favorit ganz klar Matthias Zeeb als weltreisender Professor Bernhardy), Situationskomik (der Gesichtsausdruck von Peter Weiß, aber auch von Herrn Straube ist mitunter unbezahlbar) und absolut überdrehter Selbstdarstellung.
Ich war übrigens mit N. im Theater und ihr Favorit war eindeutig Danne Hoffmann als Eugen. Eugen ist der Neffe von Schöller und hat sich in den Kopf gesetzt Schauspieler zu werden. Wenn da nur der Sprachfehler nicht wäre... welcher im übrigen so harmlosen Worten wie Necken eine vollkommen neue Dimension eröffnet.
Nun besteht das Stück natürlich nicht nur aus vier Personen.
Da wäre noch Ida, die Schwester von Klapproth Senior, gespielt von Petra Ehlert. Eine eher kleine, aber feine Rolle.
Schöller wird von Karl-Fred Müller gespielt. So viel zu tun hat er auch nicht, aber er umschreibt seine Pensionsgäste durchaus charmant.
Die wahrscheinlich kleinste Rolle hat Marie Bretschneider erwischt, die als Schöllers Tochter wie die Faust aufs Auge passt, aber gefühlt keine 10 Sätze sagt.
Fehlen noch drei:
Jörg Simonides als Zahlkellner. Kennt hier eigentlich wer den Witz von Mittermeier, in dem er zu einem österreichischen Ober meint "Eine Osram wäre nicht schlecht?". So ungefähr ist diese Rolle angelegt. Wobei, subjektiv wurden wir alle schon mal von solchen Menschen bedient. So lange es nicht uns, sondern anderen passiert, hat es ja durchaus seine Momente.
Joachim Unger gibt einen Major und zwar einen mit einem Haufen Neurosen. In die Zeit in der das Stück spielen soll passt es hinein. Immerhin werden hier sogar noch Telegramme verschickt!
Und, last but not least, Hannelore Schubert als Schriftstellerin. Den Running-Gag mit ihrer Herkunft fand ich jetzt nicht so zündend. Aber das Gespräch zwischen ihr und Patra Ehlert ist Slapstick Gold vom feinsten.
Und bevor es dann essen geht nur noch ein Wort zum Bühnenbild:
Einfach Spitze!
Die Darsteller werden zwar über die Treppe geflucht haben, aber wirklich schön gemacht. Und drehbar. Ich will nicht alles verraten, aber wirklich ansprechend gemacht.
Einziger Wermutstropfen: wie alle schönen Stücke gefühlt viel zu schnell vorbei. Gerade nach der Pause hatten wir das Gefühl wir hätten uns gerade erst hingesetzt und trotzdem ist es schon Zeit für den Schlussapplaus.
Aber genau so soll es ja im Grunde auch sein.
Na dann: vielleicht nicht so journalistisch wertvoll wie S. sich das vorgestellt hat, aber sei es drum: von mir beide Daumen nach oben und eine Blankoempfehlung. Das Stück war wirklich sehenswert.
Und da mir neulich wirklich mal wer unterstellt hat ich würde über journalistische Fähigkeiten verfügen, schauen wir mal wie weit wir hier vor dem Mittag noch kommen:
Also:
Die Pension Schöller ist ein Lustspiel von Wilhelm Jacoby und Carl Laufs, welches 1890 in Berlin uraufgeführt wurde und das auch in Berlin spielt. Mit insgesamt 7 Verfilmungen zwischen 1930 und 1997 ist das Stück wahrscheinlich mal wieder bekannter als ich anfangs dachte. In einem Film von 1980 hat sogar der verstorbene Harald Junke mitgespielt.
Wie auch schon einmal gesagt sollte das eigentlich Reinhard Straubes Abschied vom festen Ensemble der Bühnen Halle einleiten. Nun bleibt er uns doch noch eine Weile erhalten (wie man mir an der Theaterkasse mitteilte) und das Stück wird trotzdem gegeben. Besser geht es doch eigentlich kaum - was sich im übrigen auch viele Hallenser gedacht haben. Trotz Konkurrenz durch Wetten das...? war gestern definitiv ausverkauft. Und wer zu spät kam, musste auf alternative Sitzplätze ausweichen. So was habe ich bisher nur im Puppentheater erlebt und das ist ja eine ganze Ecke kleiner.
Und was hat die nun Alle ins Theater gelockt? Die skurrilste Pension aller Zeiten: ein lebendes Krokodil samt Weltenbummler, eine Schriftstellerin, ein angehender Schauspieler mit Sprachfehler, heiratswütige Damen, ein duelierwütiger Major, überdrehte Verwandtschaft und jede Menge Missverständnisse.
Das Ganze verhält sich nämlich folgendermaßen:
Klapproth Senior, gespielt von Reinhard Straube, möchte nach seiner Pensionierung noch etwas erleben in der Welt und bittet seinen Neffen ihn mal auf eine Soiree einer Nervenheilanstalt mitzunehmen. Er habe nämlich gehört, dass es so was gebe. Und das würde er doch zu gerne einmal sehen.
Sein permanent verzweifelter Neffe Alfred, gespielt von Peter Weiß, stimmt nur aus einem einzigen Grund zu: sein Onkel hat ihm das Geld für die Eröffnung eines eigenen Künstlercafes in Aussicht gestellt. Aber dafür muss die Soiree her. Was also tun? Ganz einfach: die Pension Schöller als Nervenheilanstalt verkaufen. Genug skurrile Menschen laufen herum. Das wird dann schon irgendwie schief gehen... und zwar ganz gewaltig.
Ich habe mir heute morgen mal den eText dazu angesehen, der auf Wikipedia verlinkt ist. Und ohne das ganz gelesen zu haben, bin ich mir sehr sicher, dass ein paar grundlegende Streichungen und Aktualisierungen vorgenommen wurden. Geschadet hat es nicht. Nachdem das Publikum einmal warm wurde, brach sich ein Lacher nach dem anderen der Weg. Kein Wunder: geboten wird eine wunderbare Mischung aus Doppeldeutigkeiten ("Wärter, Wärter!" "Nicht Werther, Hamlet."), Absurdität (mein Favorit ganz klar Matthias Zeeb als weltreisender Professor Bernhardy), Situationskomik (der Gesichtsausdruck von Peter Weiß, aber auch von Herrn Straube ist mitunter unbezahlbar) und absolut überdrehter Selbstdarstellung.
Ich war übrigens mit N. im Theater und ihr Favorit war eindeutig Danne Hoffmann als Eugen. Eugen ist der Neffe von Schöller und hat sich in den Kopf gesetzt Schauspieler zu werden. Wenn da nur der Sprachfehler nicht wäre... welcher im übrigen so harmlosen Worten wie Necken eine vollkommen neue Dimension eröffnet.
Nun besteht das Stück natürlich nicht nur aus vier Personen.
Da wäre noch Ida, die Schwester von Klapproth Senior, gespielt von Petra Ehlert. Eine eher kleine, aber feine Rolle.
Schöller wird von Karl-Fred Müller gespielt. So viel zu tun hat er auch nicht, aber er umschreibt seine Pensionsgäste durchaus charmant.
Die wahrscheinlich kleinste Rolle hat Marie Bretschneider erwischt, die als Schöllers Tochter wie die Faust aufs Auge passt, aber gefühlt keine 10 Sätze sagt.
Fehlen noch drei:
Jörg Simonides als Zahlkellner. Kennt hier eigentlich wer den Witz von Mittermeier, in dem er zu einem österreichischen Ober meint "Eine Osram wäre nicht schlecht?". So ungefähr ist diese Rolle angelegt. Wobei, subjektiv wurden wir alle schon mal von solchen Menschen bedient. So lange es nicht uns, sondern anderen passiert, hat es ja durchaus seine Momente.
Joachim Unger gibt einen Major und zwar einen mit einem Haufen Neurosen. In die Zeit in der das Stück spielen soll passt es hinein. Immerhin werden hier sogar noch Telegramme verschickt!
Und, last but not least, Hannelore Schubert als Schriftstellerin. Den Running-Gag mit ihrer Herkunft fand ich jetzt nicht so zündend. Aber das Gespräch zwischen ihr und Patra Ehlert ist Slapstick Gold vom feinsten.
Und bevor es dann essen geht nur noch ein Wort zum Bühnenbild:
Einfach Spitze!
Die Darsteller werden zwar über die Treppe geflucht haben, aber wirklich schön gemacht. Und drehbar. Ich will nicht alles verraten, aber wirklich ansprechend gemacht.
Einziger Wermutstropfen: wie alle schönen Stücke gefühlt viel zu schnell vorbei. Gerade nach der Pause hatten wir das Gefühl wir hätten uns gerade erst hingesetzt und trotzdem ist es schon Zeit für den Schlussapplaus.
Aber genau so soll es ja im Grunde auch sein.
Na dann: vielleicht nicht so journalistisch wertvoll wie S. sich das vorgestellt hat, aber sei es drum: von mir beide Daumen nach oben und eine Blankoempfehlung. Das Stück war wirklich sehenswert.
Dienstag, 25. Januar 2011
Der Sturm
Also gut, aller guten Dinge sind drei, darum fangen wir hier noch einmal komplett von vorn an... mit der Hilfe von ein wenig Kaffee.
Und während das Koffein sich langsam seinen Weg sucht, hier noch zwei kleine Anekdoten:
Ich habe wie meistens die Karte erst wenige Sekunden vor der Angst geholt und kam daher tatsächlich in den Genuss mal einen Schauspieler zu erleben der sich (ich denke mal aus Zeitnot) an der Kasse kommentarlos vordrängelte.
Und ich habe einen Bekannten im Publikum entdeckt (passiert selten genug und ist wirklich eine eigene Erwähnung wert), der meine Meinung teilte: das Stück war umwerfend. Wir sind uns nicht darüber einig geworden wie gut oder schlecht nun der Theatermacher sei, aber hier hatten wir den gleichen Geschmack.
Und, kleiner Tipp für Alle die noch nicht waren: ruhig eine Viertelstunde eher da sein und Platz nehmen. Es gibt auf drei Seiten eine Projektion die schon einmal auf das kommende Stück einstimmt. Abgesehen davon, dass ich den Stil wirklich mochte, gehört es ja auch irgendwie mit zum Gesamterlebnis. Da kann man sich die Projektion auch mindestens einmal ganz ansehen.
Und damit geht es los: Vorhang auf, der erste Blick auf das Bühnenbild und: WOW!
Ja, in dem Fall wirklich in Großbuchstaben.
Um das ganz grob zu umreißen: Sehr verhaltene Farben, es gibt kleinere Wasserflächen, Wege dazwischen, einen Umlauf mit mehreren Ebenen und vorne noch genug Platz die Schiffsimprovisation vorbei fahren zu lassen. Dazu noch brennende Kerzen im Wasser. Und nicht nur wächst einem das Bühnenbild schnell ans Herz, es vermittelt außerdem eine sehr eigene Atmosphäre.
Oder, um langsam mal auf den Inhalt zu kommen: Der Sturm handelt von einem vertriebenen Herrscher, der mehr oder weniger forciert Rache übt. Hilfreich sind ihm dabei diverse Elementargeister und eine Prise Zufall.
Germanisten und Anglisten könnten hier jetzt noch weiter ausholen. Ob es nun wirklich Shakespeares letztes Stück war oder nicht. Und was er damit überhaupt sagen wollte. Im Rahmen dieses Blogs möchte ich eigentlich nur darauf hinweisen, dass es zwar ein bekanntes Werk ist, es aber nur bedingt die Dinge enthält für die Shakespeare berühmt wurde: es gibt keine humorvollen Liebesverwicklungen, es stirbt keiner auf besonders tragische Art. Prosperos Verhalten Caliban gegenüber würde man aus heutiger Sicht als rassistisch bezeichnen. Und Miranda, eine der wenigen weiblichen Figuren, ist mit "weltfremd" auch noch sehr vorsichtig umschrieben...
Und das soll sich jetzt wer ansehen? Warum?
Vielleicht aus einem so einfachen Grund wie der Tatsache, dass sich das Stück erst im Sehen richtig erschließt.
Ich habe den Sturm schon zwei oder drei Mal gelesen. Wobei die Standartfloskel für die meisten größeren Werke der Weltliteratur eh lautet, dass man sie immer wieder neu lesen kann und immer anders entdeckt. Mir hat sogar mal jemand gesagt, Faust könne man frühestens mit Mitte 30 richtig verstehen. Das hat keinen davon abgehalten uns schon in der 10ten... naja, das sind auch wieder andere Themen.
Fakt ist, dass ich den Sturm bisher nie so gelesen habe.
Prospero ist schon nicht mehr ganz von dieser Welt, Ariel liegt ihm mitunter scheinbar mehr am Herzen als seine eigene Tochter und... ach, nenne wir das Kind beim Namen: Jörg Lichtenstein als Vertriebener hatte - zumindest für mich - eine unglaubliche Bühnenpräsenz. Daneben wirkte Alonso mit seinen "Beratern" schon fast ein wenig blass. Nicht dass sie schlecht waren, ich war einfach nur nicht böse als sie endlich wieder verschwunden sind und es mit den Teilen der Handlung weiter ging, die mich mehr interessierten...
So, und jetzt musste ich erst mal das Programmheft wieder vor wühlen, bevor es in der richtigen Reihenfolge weiter gehen kann.
Natürlich waren die Schauspieler gut. Hilmar Eichborn gibt einen wirklich gut nachvollziehbaren Caliban, um nur ein Beispiel zu nennen. Und auch Magda Lena Schlott als Miranda hat mich beeindruckt.
Aber wer an dieser Stelle wirklich namentlich erwähnt werden muss ist Steffi König als Ariel. Was sie neben dem schauspielerischen noch gesanglich geleistet hat ist absoluter Hammer. Und das sage zur Abwechslung mal nicht nur ich als Musiklaie, sondern auch der weiter oben erwähnte Bekannte, der seines Zeichens immerhin Musikwissenschaften studiert hat. Und das sehr erfolgreich.
Zwei kleine Kritikpunkte hätte ich an der Stelle aber doch noch, nur damit es nicht ganz so einseitig aussieht:
Das Stück ist offiziell eine Co-Produktion zwischen nT und Puppentheater. Worunter ich persönlich mir so etwas erhofft hatte wie etwa in Shockhead Peter. Die Darsteller des Puppentheaters einfach mit einer Maske auf die Bühne zu stellen ist sicherlich legitim, es hat dem Stück auch keinen Abbruch getan. Alles andere wäre vielleicht auch schwer realisierbar gewesen. Ich finde es trotzdem ein klein wenig schade.
Und: Zwei Euro für das Programmheft sind eine Frechheit. Ich neige normalerweise dazu so was netter zu formulieren, aber trotzdem: hier ist auf jeden Fall was schief gelaufen. Das betrifft weniger das Heft selbst. Es handelt sich um wenig aussagekräftigen Text, unterlegt mit einer sehr schönen Fotostrecke, an der man das Entstehen von Bühnenbildern und ähnlichem verfolgen kann. Wer sich, wie ich, für solche Dinge begeistern kann, soll gerne zugreifen. Aber was war mit dem Grafiker los? Bis auf zwei Seiten ist das Heft sehr professionell gemacht, aber die zwei Seiten die es betrifft sehen aus als hätte ich fünf Minuten in Gimp gespielt, und zwar mit einem Bild dessen Auflösung eigentlich zu gering ist.
Ich weiß nicht was mutiger ist: das als Arbeit abzugeben, zu sagen dass das so gedruckt werden kann oder sich hin zu stellen und den Leuten zwei Euro dafür aus der Tasche zu ziehen, weil es so im Arbeitsvertrag steht...
Also in kurz:
Stück: absoluter Hammer. Super Inszenierung, sehr gute Darsteller, wunderschönes Bühnenbild, schöne Projektion zu Beginn, sehr schöner Gesang. Absolut sehenswert.
Programmheft: Nur für Liebhaber empfehlenswert.
Extra-Hinweis: Ruhig eine Viertelstunde eher da sein und die Projektionen genießen.
Und damit viel Vergnügen im Theater!
Und während das Koffein sich langsam seinen Weg sucht, hier noch zwei kleine Anekdoten:
Ich habe wie meistens die Karte erst wenige Sekunden vor der Angst geholt und kam daher tatsächlich in den Genuss mal einen Schauspieler zu erleben der sich (ich denke mal aus Zeitnot) an der Kasse kommentarlos vordrängelte.
Und ich habe einen Bekannten im Publikum entdeckt (passiert selten genug und ist wirklich eine eigene Erwähnung wert), der meine Meinung teilte: das Stück war umwerfend. Wir sind uns nicht darüber einig geworden wie gut oder schlecht nun der Theatermacher sei, aber hier hatten wir den gleichen Geschmack.
Und, kleiner Tipp für Alle die noch nicht waren: ruhig eine Viertelstunde eher da sein und Platz nehmen. Es gibt auf drei Seiten eine Projektion die schon einmal auf das kommende Stück einstimmt. Abgesehen davon, dass ich den Stil wirklich mochte, gehört es ja auch irgendwie mit zum Gesamterlebnis. Da kann man sich die Projektion auch mindestens einmal ganz ansehen.
Und damit geht es los: Vorhang auf, der erste Blick auf das Bühnenbild und: WOW!
Ja, in dem Fall wirklich in Großbuchstaben.
Um das ganz grob zu umreißen: Sehr verhaltene Farben, es gibt kleinere Wasserflächen, Wege dazwischen, einen Umlauf mit mehreren Ebenen und vorne noch genug Platz die Schiffsimprovisation vorbei fahren zu lassen. Dazu noch brennende Kerzen im Wasser. Und nicht nur wächst einem das Bühnenbild schnell ans Herz, es vermittelt außerdem eine sehr eigene Atmosphäre.
Oder, um langsam mal auf den Inhalt zu kommen: Der Sturm handelt von einem vertriebenen Herrscher, der mehr oder weniger forciert Rache übt. Hilfreich sind ihm dabei diverse Elementargeister und eine Prise Zufall.
Germanisten und Anglisten könnten hier jetzt noch weiter ausholen. Ob es nun wirklich Shakespeares letztes Stück war oder nicht. Und was er damit überhaupt sagen wollte. Im Rahmen dieses Blogs möchte ich eigentlich nur darauf hinweisen, dass es zwar ein bekanntes Werk ist, es aber nur bedingt die Dinge enthält für die Shakespeare berühmt wurde: es gibt keine humorvollen Liebesverwicklungen, es stirbt keiner auf besonders tragische Art. Prosperos Verhalten Caliban gegenüber würde man aus heutiger Sicht als rassistisch bezeichnen. Und Miranda, eine der wenigen weiblichen Figuren, ist mit "weltfremd" auch noch sehr vorsichtig umschrieben...
Und das soll sich jetzt wer ansehen? Warum?
Vielleicht aus einem so einfachen Grund wie der Tatsache, dass sich das Stück erst im Sehen richtig erschließt.
Ich habe den Sturm schon zwei oder drei Mal gelesen. Wobei die Standartfloskel für die meisten größeren Werke der Weltliteratur eh lautet, dass man sie immer wieder neu lesen kann und immer anders entdeckt. Mir hat sogar mal jemand gesagt, Faust könne man frühestens mit Mitte 30 richtig verstehen. Das hat keinen davon abgehalten uns schon in der 10ten... naja, das sind auch wieder andere Themen.
Fakt ist, dass ich den Sturm bisher nie so gelesen habe.
Prospero ist schon nicht mehr ganz von dieser Welt, Ariel liegt ihm mitunter scheinbar mehr am Herzen als seine eigene Tochter und... ach, nenne wir das Kind beim Namen: Jörg Lichtenstein als Vertriebener hatte - zumindest für mich - eine unglaubliche Bühnenpräsenz. Daneben wirkte Alonso mit seinen "Beratern" schon fast ein wenig blass. Nicht dass sie schlecht waren, ich war einfach nur nicht böse als sie endlich wieder verschwunden sind und es mit den Teilen der Handlung weiter ging, die mich mehr interessierten...
So, und jetzt musste ich erst mal das Programmheft wieder vor wühlen, bevor es in der richtigen Reihenfolge weiter gehen kann.
Natürlich waren die Schauspieler gut. Hilmar Eichborn gibt einen wirklich gut nachvollziehbaren Caliban, um nur ein Beispiel zu nennen. Und auch Magda Lena Schlott als Miranda hat mich beeindruckt.
Aber wer an dieser Stelle wirklich namentlich erwähnt werden muss ist Steffi König als Ariel. Was sie neben dem schauspielerischen noch gesanglich geleistet hat ist absoluter Hammer. Und das sage zur Abwechslung mal nicht nur ich als Musiklaie, sondern auch der weiter oben erwähnte Bekannte, der seines Zeichens immerhin Musikwissenschaften studiert hat. Und das sehr erfolgreich.
Zwei kleine Kritikpunkte hätte ich an der Stelle aber doch noch, nur damit es nicht ganz so einseitig aussieht:
Das Stück ist offiziell eine Co-Produktion zwischen nT und Puppentheater. Worunter ich persönlich mir so etwas erhofft hatte wie etwa in Shockhead Peter. Die Darsteller des Puppentheaters einfach mit einer Maske auf die Bühne zu stellen ist sicherlich legitim, es hat dem Stück auch keinen Abbruch getan. Alles andere wäre vielleicht auch schwer realisierbar gewesen. Ich finde es trotzdem ein klein wenig schade.
Und: Zwei Euro für das Programmheft sind eine Frechheit. Ich neige normalerweise dazu so was netter zu formulieren, aber trotzdem: hier ist auf jeden Fall was schief gelaufen. Das betrifft weniger das Heft selbst. Es handelt sich um wenig aussagekräftigen Text, unterlegt mit einer sehr schönen Fotostrecke, an der man das Entstehen von Bühnenbildern und ähnlichem verfolgen kann. Wer sich, wie ich, für solche Dinge begeistern kann, soll gerne zugreifen. Aber was war mit dem Grafiker los? Bis auf zwei Seiten ist das Heft sehr professionell gemacht, aber die zwei Seiten die es betrifft sehen aus als hätte ich fünf Minuten in Gimp gespielt, und zwar mit einem Bild dessen Auflösung eigentlich zu gering ist.
Ich weiß nicht was mutiger ist: das als Arbeit abzugeben, zu sagen dass das so gedruckt werden kann oder sich hin zu stellen und den Leuten zwei Euro dafür aus der Tasche zu ziehen, weil es so im Arbeitsvertrag steht...
Also in kurz:
Stück: absoluter Hammer. Super Inszenierung, sehr gute Darsteller, wunderschönes Bühnenbild, schöne Projektion zu Beginn, sehr schöner Gesang. Absolut sehenswert.
Programmheft: Nur für Liebhaber empfehlenswert.
Extra-Hinweis: Ruhig eine Viertelstunde eher da sein und die Projektionen genießen.
Und damit viel Vergnügen im Theater!
Donnerstag, 28. Oktober 2010
Der fröhliche Hypochonder
Es passiert selten genug, dass mir mal wer was im Theater empfiehlt, aber Der Fröhliche Hypochonder war wirklich eine Blankoempfehlung von einer Freundin und was soll ich sagen? Es gibt auch eine Blankoempfehlung von mir!
Und nun ist es natürlich immer auch schön, wenn man das zumindest in Ansätzen begründen kann. Also:
Der fröhliche Hypochonder ist in erster Linie Kabarett, über ein Thema bei dem wirklich jeder in irgend einer Form mitreden kann: seien es nun die eigenen Zipperlein, die Geschichten von Bekannten und Verwandten, Infotainment, Ärzteanekdoten oder Zukunftsängste. Irgendwas ist immer.
Und auch Herrn Straube hat es erwischt. Mit einem etwas schwummrigen Gefühl fängt er erst an die Veranstaltung abzusagen und dann die Wartezeit mit einigen Erkenntnissen zu verkürzen.
Auf der einen Seite ist es so, dass ich wirklich ein paar neue Erkenntnisse gewonnen habe, vor allem was Nordic Walking oder Cholesterin angeht. Auf der anderen Seite kannte ich auch ein oder zwei der Pointen schon. (Und um meine Meinung zu beurteilen sollte man vielleicht wissen, dass ich Ironie, Sarkasmus und Zynismus allgemein zu schätzen weiß und auch nicht weniger Schadenfroh sein kann, als der Nächste...)
Ein oder zwei Lieder flossen auch mit ein. Selbst Fernreisen wurden thematisiert.
Und mittlerweile ist das Stück so lange auf dem Spielplan, dass sich selbst ein oder zwei Zugaben heraus klatschen lassen, wenn man es nur darauf anlegt. Außerhalb der Oper für mich wirklich mal etwas komplett Neues.
So, ausnahmsweise mal wirklich kurz und bündig. Und absolut empfehlenswert. Wenn es einfach mal ein lustiger Abend sein soll ist man hier gut aufgehoben. Außerdem ist Lachen bekanntlich gesund.
Fußnote:
Nach ein wenig Wühlen habe ich sogar das Programmheft wieder gefunden, laut dem die Premiere Ende April 2007 war. Das Stück ist also seit etwa 3 1/2 Jahren auf dem Spielplan. Es ist immer noch gut besucht. Und was sich hält kann ja auch nicht grundlegend falsch sein, gell? Also hin, lachen, klatschen, weiter empfehlen. Hopp hopp.
Fußnote die Zweite:
Natürlich soll auch Erhard Preuk nicht verschwiegen werden, auch wenn seine Auftritte überschaubar sind.
(Und wer den letzten Beitrag gelesen hat kann sich denken was ich jetzt tun werde...)
Und nun ist es natürlich immer auch schön, wenn man das zumindest in Ansätzen begründen kann. Also:
Der fröhliche Hypochonder ist in erster Linie Kabarett, über ein Thema bei dem wirklich jeder in irgend einer Form mitreden kann: seien es nun die eigenen Zipperlein, die Geschichten von Bekannten und Verwandten, Infotainment, Ärzteanekdoten oder Zukunftsängste. Irgendwas ist immer.
Und auch Herrn Straube hat es erwischt. Mit einem etwas schwummrigen Gefühl fängt er erst an die Veranstaltung abzusagen und dann die Wartezeit mit einigen Erkenntnissen zu verkürzen.
Auf der einen Seite ist es so, dass ich wirklich ein paar neue Erkenntnisse gewonnen habe, vor allem was Nordic Walking oder Cholesterin angeht. Auf der anderen Seite kannte ich auch ein oder zwei der Pointen schon. (Und um meine Meinung zu beurteilen sollte man vielleicht wissen, dass ich Ironie, Sarkasmus und Zynismus allgemein zu schätzen weiß und auch nicht weniger Schadenfroh sein kann, als der Nächste...)
Ein oder zwei Lieder flossen auch mit ein. Selbst Fernreisen wurden thematisiert.
Und mittlerweile ist das Stück so lange auf dem Spielplan, dass sich selbst ein oder zwei Zugaben heraus klatschen lassen, wenn man es nur darauf anlegt. Außerhalb der Oper für mich wirklich mal etwas komplett Neues.
So, ausnahmsweise mal wirklich kurz und bündig. Und absolut empfehlenswert. Wenn es einfach mal ein lustiger Abend sein soll ist man hier gut aufgehoben. Außerdem ist Lachen bekanntlich gesund.
Fußnote:
Nach ein wenig Wühlen habe ich sogar das Programmheft wieder gefunden, laut dem die Premiere Ende April 2007 war. Das Stück ist also seit etwa 3 1/2 Jahren auf dem Spielplan. Es ist immer noch gut besucht. Und was sich hält kann ja auch nicht grundlegend falsch sein, gell? Also hin, lachen, klatschen, weiter empfehlen. Hopp hopp.
Fußnote die Zweite:
Natürlich soll auch Erhard Preuk nicht verschwiegen werden, auch wenn seine Auftritte überschaubar sind.
(Und wer den letzten Beitrag gelesen hat kann sich denken was ich jetzt tun werde...)
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Sonntag, 26. September 2010
Gefährliche Liebschaften
Man mag es ja kaum glauben, aber ich habe mir heute mal eine Premiere gegönnt. Und dabei war ich vor ein paar Tagen eigentlich noch am überlegen ob ich mir das Stück überhaupt ansehen werde:
Die gefährlichen Liebschaften.
Zwischen mir und einer Freundin ist das im Grunde so etwas wie ein Runing Gag. Sie hat noch zwei Bücher von mir und ich habe die Gefährlichen Liebschaften von ihr. Ein Zustand der sich mittlerweile in Monaten messen lässt. Eigentlich wollten wir mal zurück tauschen. Und eigentlich hatte ich mal den Anspruch das auch zu lesen.... Nur gab es da diesen Film... und die Briefe ziehen sich... und Wiki hat mich sehr schnell davon überzeugt, dass der Inhalt doch halbwegs vorhersehbar ist...
Naja, jedenfalls liegt ihr Buch immer noch hier und meine sind noch immer bei ihr. Und auf verworrenen Wegen bin ich heute in der Premiere gelandet.
Für die 30 Minuten davor zählt wie immer: es ist faszinierend was man alles hört wenn man mal die Lauscher aufstellt.
Und dann geht es auch schon los.
Das Bühnenbild konnte man auch schon vorher bewundern. Nennen wir es mal minimalistisch. Aber eigentlich schön.
Oh, und nicht zu unterschlagen: das Programmheft. Für den minimalen Umkostenbeitrag von 50 Cent erhält man einen kleinen Brief, mit Siegel, zum selber brechen, aufschlagen, auseinanderfalten und lesen, leichte Alterspuren inklusive. Ja, ich gebe es zu, ich bin leicht zu beeindrucken, aber kommt schon: wann hatte man mal solch einen Brief in der Hand? Der Inhalt hat mich nicht so viel weiter gebracht, aber durch die Blume wird auch im Programmbriefchen gesagt, dass es auf Grund der Vorlage einfach darum ging, etwas Flair zu transportieren.
Das es sich bei dem Original um einen Briefroman handelt sagte ich? Jaja, der Germanist in mir möchte mal wieder Klugscheißen, aber stimmen tut es. Und wie das immer so ist wenn was alt ist: eines der stilprägenden, innovativen, in ihrer Zeit skandalösen... wie auch immer.
Zurück zu heute Abend:
Wir hatten Verwicklungen, Intrigen, Liebe, Blut... Das volle Programm eben. So weit ich das überblicke wich das Ende minimal vom Original ab, aber nicht wirklich dramatisch.
Was mich - Germanist durch und durch - wirklich begeisterte, waren die mitunter herrlich doppeldeutigen Antworten. Das Stück ist kein zweites Ernst sein ist Alles, bei weitem nicht. Aber es hat seine durchaus erheiternden Momente.
Und einen Moment, bei dem zumindest mir jedes Lachen im Halse stecken blieb. Sagen wir mal: nichts für übermäßig Zartbesaitete und ohne viel Ahnung von Pädagogik würde ich in das Stück keine Kinder mitnehmen.
Davon abgesehen habe ich nur einen einzigen Kritikpunkt: die Musik.
Nichts gegen die Gorillaz. "I'm happy, ..." erkennt glaube ich in meiner Generation jeder nach ein oder zwei Takten. Aber zu einem Theaterstück, dessen Vorlage aus dem 18ten Jahrhundert stammt und dessen Inszenierung sich Mühe gibt sich nirgendwo zeitlich verankern zu lassen (von Klöstern abgesehen....), passt es meiner Meinung nach nicht. Also... es passte irgendwie schon. Bis es mir aufgefallen ist. Danach fand ich eher befremdlich.
Ansonsten muss ich sagen: die Möglichkeiten zu Auf- und Abgängen waren reichlich und wurden auch genutzt.
Oder in Kurz:
Beeindruckend. Teils abgeklärt, teils naiv, teils witzig, teils ernst...
Es hat auf jeden Fall etwas.
Nur die Musik, und vielleicht das Ende, dämpfen den Eindruck ein wenig.
Ich kenne das Buch in groben Zügen und den Film Eiskalte Engel. Aber wie das mit den Briefen am Ende genau zusammen hing... naja, es ist im Grunde auch nicht wichtig. Eben so wenig wie die Tatsache, dass die letzten Sätze des Stücks ein wenig aus der Handlung heraus fallen. Es ist trotzdem sehenswert. Auch ergreifend. Und man merkt nicht wie die Zeit vergeht.
Und wenn ich heute nicht ohnehin schon ein wenig neben mir stehen würde, würde der Inhalt bestimmt auch den einen oder anderen kritischen Gedanken zum Thema Geschlechterbeziehung hervorrufen...
Es ist gut. Es ist sehenswert. Aber nicht perfekt. Trotzdem eine Empfehlung. Zumindest von mir...
Mal schauen was die MZ übers Wochenende dazu zusammen klöppelt...
Edit:
So, wach und noch vor dem ersten Kaffee habe ich erst Mal ein paar kleinere Rechtschreibfehler ausgeglichen. Und was ist mir bei der Gelegenheit aufgefallen? Dass ich gestern nun extra ein neues Tag ins Leben gerufen habe, nämlich "Premiere", und genau dazu eigentlich sehr wenig gesagt habe.
Also, was unterscheidet nun eine normale Vorstellung von einer Premiere? Die ehrliche Antwort ist: nicht so viel.
Die Karten sind etwas teurer, man kann so ein Stück schließlich nur ein Mal zum ersten Mal spielen. Ich hoffe im Grunde auch, dass das der Hauptgrund war, warum der Saal halb leer war. Erm, halb voll. Ich fühle mich heute mal eher positiv eingestellt.
Dann befindet sich auch der eine oder andere Schauspieler oder anderweitige Mitarbeiter der Bühnen Halle im Publikum. Und dem kleinen Tisch mit Material für die Presse nach dürften an die 20 Journalisten da gewesen sein.
Das sitzt dann Alles homogen nebeneinander, sieht das gleiche Stück und ist hoffentlich begeistert. Und wenn das Publikum richtig mitfiebert, landet es vielleicht sogar als Fußnote in der einen oder anderen Rezension.
Ansonsten teilte sich das Publikum schön ein: etwa die Hälfte trug Anzug, Kostüm und vergleichbares, und der Rest war eher leger unterwegs.
Und jeder der da war hat die Möglichkeit die Mund zu Mund Propaganda anzustoßen.
Das war es dann aber auch schon.
Und nachdem der Eintrag mal wieder länger geworden ist als er sein sollte, gönne ich mir jetzt erst mal einen Kaffee und gehe dann zur Einführungsmatinee zu Anatevka. Man gönnt sich ja sonst nichts... *g*
Die gefährlichen Liebschaften.
Zwischen mir und einer Freundin ist das im Grunde so etwas wie ein Runing Gag. Sie hat noch zwei Bücher von mir und ich habe die Gefährlichen Liebschaften von ihr. Ein Zustand der sich mittlerweile in Monaten messen lässt. Eigentlich wollten wir mal zurück tauschen. Und eigentlich hatte ich mal den Anspruch das auch zu lesen.... Nur gab es da diesen Film... und die Briefe ziehen sich... und Wiki hat mich sehr schnell davon überzeugt, dass der Inhalt doch halbwegs vorhersehbar ist...
Naja, jedenfalls liegt ihr Buch immer noch hier und meine sind noch immer bei ihr. Und auf verworrenen Wegen bin ich heute in der Premiere gelandet.
Für die 30 Minuten davor zählt wie immer: es ist faszinierend was man alles hört wenn man mal die Lauscher aufstellt.
Und dann geht es auch schon los.
Das Bühnenbild konnte man auch schon vorher bewundern. Nennen wir es mal minimalistisch. Aber eigentlich schön.
Oh, und nicht zu unterschlagen: das Programmheft. Für den minimalen Umkostenbeitrag von 50 Cent erhält man einen kleinen Brief, mit Siegel, zum selber brechen, aufschlagen, auseinanderfalten und lesen, leichte Alterspuren inklusive. Ja, ich gebe es zu, ich bin leicht zu beeindrucken, aber kommt schon: wann hatte man mal solch einen Brief in der Hand? Der Inhalt hat mich nicht so viel weiter gebracht, aber durch die Blume wird auch im Programmbriefchen gesagt, dass es auf Grund der Vorlage einfach darum ging, etwas Flair zu transportieren.
Das es sich bei dem Original um einen Briefroman handelt sagte ich? Jaja, der Germanist in mir möchte mal wieder Klugscheißen, aber stimmen tut es. Und wie das immer so ist wenn was alt ist: eines der stilprägenden, innovativen, in ihrer Zeit skandalösen... wie auch immer.
Zurück zu heute Abend:
Wir hatten Verwicklungen, Intrigen, Liebe, Blut... Das volle Programm eben. So weit ich das überblicke wich das Ende minimal vom Original ab, aber nicht wirklich dramatisch.
Was mich - Germanist durch und durch - wirklich begeisterte, waren die mitunter herrlich doppeldeutigen Antworten. Das Stück ist kein zweites Ernst sein ist Alles, bei weitem nicht. Aber es hat seine durchaus erheiternden Momente.
Und einen Moment, bei dem zumindest mir jedes Lachen im Halse stecken blieb. Sagen wir mal: nichts für übermäßig Zartbesaitete und ohne viel Ahnung von Pädagogik würde ich in das Stück keine Kinder mitnehmen.
Davon abgesehen habe ich nur einen einzigen Kritikpunkt: die Musik.
Nichts gegen die Gorillaz. "I'm happy, ..." erkennt glaube ich in meiner Generation jeder nach ein oder zwei Takten. Aber zu einem Theaterstück, dessen Vorlage aus dem 18ten Jahrhundert stammt und dessen Inszenierung sich Mühe gibt sich nirgendwo zeitlich verankern zu lassen (von Klöstern abgesehen....), passt es meiner Meinung nach nicht. Also... es passte irgendwie schon. Bis es mir aufgefallen ist. Danach fand ich eher befremdlich.
Ansonsten muss ich sagen: die Möglichkeiten zu Auf- und Abgängen waren reichlich und wurden auch genutzt.
Oder in Kurz:
Beeindruckend. Teils abgeklärt, teils naiv, teils witzig, teils ernst...
Es hat auf jeden Fall etwas.
Nur die Musik, und vielleicht das Ende, dämpfen den Eindruck ein wenig.
Ich kenne das Buch in groben Zügen und den Film Eiskalte Engel. Aber wie das mit den Briefen am Ende genau zusammen hing... naja, es ist im Grunde auch nicht wichtig. Eben so wenig wie die Tatsache, dass die letzten Sätze des Stücks ein wenig aus der Handlung heraus fallen. Es ist trotzdem sehenswert. Auch ergreifend. Und man merkt nicht wie die Zeit vergeht.
Und wenn ich heute nicht ohnehin schon ein wenig neben mir stehen würde, würde der Inhalt bestimmt auch den einen oder anderen kritischen Gedanken zum Thema Geschlechterbeziehung hervorrufen...
Es ist gut. Es ist sehenswert. Aber nicht perfekt. Trotzdem eine Empfehlung. Zumindest von mir...
Mal schauen was die MZ übers Wochenende dazu zusammen klöppelt...
Edit:
So, wach und noch vor dem ersten Kaffee habe ich erst Mal ein paar kleinere Rechtschreibfehler ausgeglichen. Und was ist mir bei der Gelegenheit aufgefallen? Dass ich gestern nun extra ein neues Tag ins Leben gerufen habe, nämlich "Premiere", und genau dazu eigentlich sehr wenig gesagt habe.
Also, was unterscheidet nun eine normale Vorstellung von einer Premiere? Die ehrliche Antwort ist: nicht so viel.
Die Karten sind etwas teurer, man kann so ein Stück schließlich nur ein Mal zum ersten Mal spielen. Ich hoffe im Grunde auch, dass das der Hauptgrund war, warum der Saal halb leer war. Erm, halb voll. Ich fühle mich heute mal eher positiv eingestellt.
Dann befindet sich auch der eine oder andere Schauspieler oder anderweitige Mitarbeiter der Bühnen Halle im Publikum. Und dem kleinen Tisch mit Material für die Presse nach dürften an die 20 Journalisten da gewesen sein.
Das sitzt dann Alles homogen nebeneinander, sieht das gleiche Stück und ist hoffentlich begeistert. Und wenn das Publikum richtig mitfiebert, landet es vielleicht sogar als Fußnote in der einen oder anderen Rezension.
Ansonsten teilte sich das Publikum schön ein: etwa die Hälfte trug Anzug, Kostüm und vergleichbares, und der Rest war eher leger unterwegs.
Und jeder der da war hat die Möglichkeit die Mund zu Mund Propaganda anzustoßen.
Das war es dann aber auch schon.
Und nachdem der Eintrag mal wieder länger geworden ist als er sein sollte, gönne ich mir jetzt erst mal einen Kaffee und gehe dann zur Einführungsmatinee zu Anatevka. Man gönnt sich ja sonst nichts... *g*
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