Sonntag, 11. Oktober 2020

Can you hear me? - Otsuichi

Irgend jemand hat die Woche Otsuichi empfohlen. Eigentlich auch als Horrorautoren.

Ich hab sein Goth immer noch irgendwo auf meiner endlosen Liste an Dingen die ich irgendwann mal lesen möchte. Dieses mal habe ich mich aber für den Weg des geringsten Wiederstandes entschieden:

Es gab nur einen Manga von ihm den ich spontan zu einem humanen Preis auftreiben konnte:

Can you hear me?

Zwei Außenseiter, die durch ein imaginäres Telefon miteinander verbunden sind und sich gegenseitig unter die Arme greifen?

Ist doch erst mal ganz fluffig...

Das ist es tatsächlich.

Bis...


Ich will die Pointe nicht verraten. Aber das ist so ziemlich das Traurigste und gleichzeitig Menschlichste was ich seit Ewigkeiten gelesen habe.

Wer mal eine Stunde für sich hat - und vielleicht ein oder zwei Taschentücher - kann hier seinem eigenen Herzen beim bröckeln zuhören.

Das war offen gestanden nicht das was ich erwartet hatte, aber wirkte wahrscheinlich gerade deswegen um so effektiver.

Samstag, 10. Oktober 2020

Das heutige Stück Alltagsnostalgie...

 ... ist eine Packung Cola-Vitraletten, die sich an der Kasse in mein Gesichtssfeld drängte und darauf bestand, dass ich sie an einen besseren Ort mitnehme...

Sonntag, 13. September 2020

T2O

Gestern Abend noch etwas zu finden, dass ich mir tatsächlich ansehen wollte, hat tatsächlich länger gedauert.

Ich bin am Ende bei T2O gelandet.

Ja, dass ist auch eine chemische Formel. Es ist aber eben auch der Name der Band der Bühnen Halle.

Und wo auf dem Uniplatz schon einmal aufgebaut war...

Man muss der Fairheit halber sagen: alles Cover.

Aber dafür ist dann eben auch Alles dabei:

von Walk This Way, über No Doubt, bis hin zu einer erfreulich gut gesungenen Version von Bring me to Live von Evanescence. (Und seien wir ehrlich, die Noten muss man echt erst mal treffen.)

Weitere Nebenwirkungen:

Ich habe mir (glaube ich) zum ersten Mal bewusst den Text von Dire Straits - Money for Nothing angehört. (Google hat mir freundlicherweise nicht nur verraten, dass ich mich nicht verhört habe, sondern auch worum es in dem Lied überhaupt geht.)

Und Blackest Eyes von Porcupine Tree. Das Lied ist von 2002. (Und wenn man den Kommentaren auf Youtube glauben darf: es geht um Ted Bundy. Natürlich fallen mir mal wieder die besonders 'lebensbejahenden' Lieder auf.) Nun stelle ich mir seit gestern Abend die Frage: wo habe ich das Lied schon einmal gehört? (wahrscheinlich irgendwann innerhalb der letzte 18 Jahre...)

Ich bin ehrlich: da wo ich saß hat es gezogen wie Sau. Ich brauche das echt nicht mehr jede Woche. Aber von Zeit zu Zeit ist das genau die richtige Sorte Samstagsunterhaltung. Sound. Stimmung. Bekannte Lieder.

Gerne wieder...

Samstag, 12. September 2020

Kulturspektakel auf dem Uniplatz - Spotlights OFFszENE

Ja, ich war heute 16:30 Uhr da:

der Spielauftakt der freien Szene.

...

Und ich habe immer gesagt: wenn eine Rezension zu sehr Richtung unfaires Meckern geht, dann schreibe ich sie halt nicht.

Ich werde versuchen mich auch weiterhin daran zu halten.


Daher nur eine Frage am Rande:

Der Mensch mit der Hundemaske, dem Mantel und dem Lautsprecher?

Zu welchem Stück / Theater gehört dieser Beitrag ursprünglich?

Samstag, 5. September 2020

A Curious Guide to London von Simon Leyland

Eines meiner anderen Hobbies sind Bücher über London, Großbritannien, das Vereinigte Königkreich und alles was dort irgendwie in der Ecke liegt oder damit zu tun hat.

Dazu gibt es wirklich sehr viel Auswahl:

trocken umfangreiches von Peter Ackroyd, eines der größten sozialgeschichtlichen Werke aller Zeiten von David Kynaston, historisches von Virginia Woolf, die Anekdoten die nicht im Reiseführer stehen von Ben Judah, mal wieder Bill Bryson, die Tagebücher von Samuel Pepys...

Ganz ehrlich, allein mit den Büchern über London kann man wahrscheinlich ein ganzes Leben füllen. (Und da ich in der Regel keinen Kopf für Jahreszahlen habe...)

Und gerade weil es so viel gibt, findet sich auch immer wieder etwas, das praktisch perfekt für die kleine Pendlerfahrt zwischendurch ist.

Ein Beispiel: A Curious Guide to London von Simon Leyland.

Dieses Buch nahm seinen Anfang an einem regnerischen Tag in einem Pub, als ein ehemaliger Zeitungsverkäufer Anekdoten aus London zum besten gab. Einiges davon klang ehrlich... abenteuerlich, entspach aber alles der Wahrheit. Und Leyland fing an solche Anekdoten zu sammeln. Das resultierende Buch ist in Stadteile unterteilt und ich denke keiner der Beiträge ist länger als zwei oder drei Seiten. Irgendwo zwischendrin hat sich Bismark auch mal ordentlich besoffen. Was jetzt auch nicht seltsamer ist als Masuefallen für Hochsteckfrisuren. Oder wie wir heutzutage sagen: läuft.

(Es gibt auch ein recht unterhaltsames Buch über die britische Geschichte von James Felton, der sein Buch nennen darf wie er möchte. Ich werde den Titel aber sicherheitshalber mal lieber Euren Googlefähigkeiten überlassen... kleiner Tip: die Zahl 52 kommt im Titel vor.)

Ganz ehrlich: ich habe im Moment Urlaub. (Daher ist hier auch wieder etwas mehr los.) Und zur Entspannung war das Büchlein ehrlich perfekt. (Etwas über 200 Seiten, also echt human.)

Donnerstag, 3. September 2020

Paperbacks from Hell: The twisted History of the '70s and '80s Horror Fiction von Grady Hendrix und Will Erikson

So... wie erkläre ich das jetzt?

Ich bin offen gestanden kein Fan von Horror. Ich hab in meinem  Leben nicht mehr als 3 Minuten Silent Hill gespielt. Und ich habe auch kein Bedürfnis mir so etwas auf der großen Leinwand anzusehen. Ich lese es auch nicht unbedingt.

Also ist die brechtigte Frage:

warum zur Hölle lese ich dann Paperbacks from Hell?

Es ist tatsächlich so, dass mich Bücher über Bücher entspannen.

Und es hat auch geholfen, dass Paperbacks from Hell gut geschrieben ist.

Der Anspruch den das Buch an sich und die Welt hat ist in erster Linie einen Überblick über die verschiedenen Horror-Trends der 70er und 80er zu geben. (Und teilweise auch der 90er.)

Ja, Anne Rice und Stephen King werden natürlich erwähnt. Aber von vielen der Autoren hat man noch nie etwas gehört. Und wenn man sich die Geschichten von Mörderkrabben, Satanischen Kulten und besessenen Häusern so zusammengefasst anhört, dann drängt sich auch der Verdacht auf, dass es dafür Gründe geben könnte...

Nicht falsch verstehen: jeder soll lesen was er möchte.

Die Autoren brennen für ihr Genre. Sie nehmen es aber auch nicht übertrieben ernst.

Und: ebenfalls im Buch enthalten sind unzählige Büchercover von Anno-irgendwas...

Und normalerweise mag ich meinen Kindle (Ich hab mir das ganze als eBook gegönnt), aber viele der Cover entfalten ihre "du weißt genau was dich bei diesen Abbildungen erwartet" Wirkung, erst, wenn man sie sich in Farbe ansieht. (also auf dem PC, Handy oder Tablet.)

Außerdem kommt beim lesen so eine gewisse Grund-Nostalgie auf...

Was immer noch nicht heißt, dass das Buch außer mir sonderlich vielen Menschen gefällt. Aber mit grob 200 Seiten Text und ein paar Dutzend Seiten Autorenbiographien und Leseempfehlungen, hat man auf jeden Fall eine gute Basis zum Thema.

Dienstag, 1. September 2020

Fangs von Sarah Andersen

Sarah Andersen kennt der eine oder andere vielleicht. Ihr Adulthood is a Myth / Erwachsen werde ich vielleicht später war vor ein paar Jahren ziemlich populär - oder zumindest populär genug um noch zwei weitere Bände zu rechtfertigen.

Und ich bin ehrlich: Fangs hat mich fast 15 Euro gekostet und ich wusste, dass ich es in unter 20 Minuten durch kriege. Oder anders formuliert: ich hab nicht zu viel erwartet.

ABER:

Das Ganze ist echt niedlich.

Eine Vampirin und ein Werwolf entscheiden sich, ein Paar zu werden.

Und was folgt sind kleine, herzerwärmende Ausschnitte aus Ihrem gemeinsamen Leben.

Die zwei respektieren einander, so dass weder Bluttrinken noch Wolfsinstinkte ein größeres Problem sind. Es gehört halt einfach mit dazu.

Und wer sich ein Bild davon machen möchte, was daran zuckersüß sein soll: es gibt das Ganze auch als Webcomic.

Mich hat es ehrlich positiv überrascht. Und ich denke ich werde das Büchlein immer mal wieder lesen. Womit die 15 Euro dann auch gerechtfertig sind.

Dienstag, 18. August 2020

Women don't owe you pretty von Florence Given

Das ist eines dieser Bücher:

wenn wir mal kurz ehrlich sind, steht alles was man zum Thema wissen muss direkt im Titel.

An sich sollte damit Alles gesagt sein.

Und gleichzeitig ist es eines dieser Bücher die erklären:

sei gut zu dir selbst, sei ein anständiger Mensch und fordere das Gleiche von Anderen.

Manchmal braucht man jemanden, der einen daran erinnert.

Und das Ganze ist locker in einem Tag lesbar.


Ich würde es tatsächlich weiter empfehlen.


(Und ja, dass ist schon fast lächerlich weit eingedampft. Auf der anderen Seite: über so etwas Grundlegendes sollten wir 2020 nicht mehr diskutieren müssen... auch wenn die Verkaufszahlen was anderes sagen.)

Sonntag, 16. August 2020

Monster she Wrote - The Women who pioneered Horror and Speculative fiction von Lisa Kröger und Melanie R. Anderson

Bin ich der einzige, der erst mal an Mord ist Ihr Hobby denken musste? (Im Original: Murder she wrote. Und wer gar keine Ahnung hat wie er 2020 rum kriegen soll: auch dazu gibt es eine Buchserie. 51 Bände sollten eine Weile reichen. Aber eigentlich soll es ja erst mal um was anderes gehen...)

Ich muss zugeben: ich habe ein kleineres - oder auch größeres - Problem mit reduzierten Büchern.

Das eBook hat unter drei Euro gekostet, es war mir vorher schon aufgefallen und es geht um Bücher. Irgendwie muss mir da der Finger auf dem Bestellbutton ausgerutscht sein oder so...

Aber hey: grob 2 Wochen und ein ruhiges Wochenende später und Monster she Wrote wurde auch tatsächlich gelesen. (Ich muss ehrlich zugeben: das kann sonst auch mal ein halbes Jahr dauern.)

Das Buch ist durchaus empfehlenswert, die Frage ist halt was man erwartet:

als Einführung funktioniert es hervorragend, zur Vertiefung nur am Rande.

Ich hab nicht genau mitgezählt, aber es dürften so um die 40 Autorinnen behandelt werden. Und das auch etwa 320 Seiten.

Es liegt in der Natur der Sache, dass für die einzelnen Namen nicht zu viel Platz über bleibt, ABER: die Aufteilung ist super:

- etwas zur Biographie (und einige der Damen hatten durchaus wilde Leben),
- warum die Autorin mit in das Buch aufgenommen wurde
- Leseempfehlungen
- teilweise noch andere Empfehlungen aus dem Werk der Autorin, die sonst eher untergehen
- und noch Weiterführendes, dass man sich sonst zu Gemüte führen kann (etwa Filme)

Und natürlich, es geht auch um Frankenstein und Anne Rice, aber eben auch um sehr viel dazwischen.

Ob Einen das nun interessiert oder nicht muss am Ende Jeder selbst wissen.

Die einzige Warnung die ich mitgeben würde: man sollte sich vorher darüber im Klaren sein, dass bei solchen Bücher immer mehrere Titel dabei sind, die man sich "irgendwann demnächst" auch zu Gemüte führen möchte.

Damit bleibt dann eigentllich nur noch zu klären, warum ich seit einem halben Tag Wutherin Heights von Kate Bush als Ohrwurm mit mir herum trage....

Sonntag, 9. August 2020

Ein weiterer Sonntagspost

Ich war diese Woche tatsächlich im Theater. Weswegen ich sagen kann: im Schatten mit Wind war es angenehm. Ohne Wind war es... warm ist nicht ganz das richtige Wort.

Aber immerhin:

Bevor 2020 so richtig 2020 wurde, hatte ich mit einer Kollegin ausgemacht, dass wir mal zusammen ins Theater gehen.

Wir haben das gestern geschafft:

Romeo vs. Julia von der Volksbühne am Kaulenberg, ein Ein-Mann-Stück mit Jonas Schütte.

Irgendwo hier habe ich auch noch eine alter Rezension rum flattern.

Das Stück ist immer noch lustig.

Und ich hab den Mann wirklich nicht beneidet, dass er bei 30 Grad im Schatten und mehr, gut zwei Stunden durch die Gegend gesprungen ist.

Aber eines bleibt:

Wir haben viel gelacht.

Und wenn man irgendwas für dieses Jahr braucht dann ist es definitiv Humor.

Tja...

Und wer jetzt auf das obligatorische Leseupdate wartet...

Wie erkläre ich das jetzt?

Es gibt Bücher die sind wie ein Verkehrsunfall. Und es gibt Bücher, bei denen weiß man schon beim Kaufen, dass sie wie ein Verkehrsunfall sein werden.

Genau so was lese ich gerade.

Ich bin zu höflich zu sagen, was es genau ist. Aber so lange wie man jemanden hat, der einem beim ungläubigen schimpfen zuhört (Danke, N.!) ist das genau die Art von entspannter Ablenkung die bei mir aktuell von Nöten ist...