Da scrollt man nur mal ein oder zwei Beitrag nach unten und was fällt plötzlich auf? Das ich noch gar nichts zu Volker Pispers gesagt habe. Der Mann war immerhin am 27sten August hier in Halle.
Ich hatte mehr durch Zufall als durch alles andere bereits seine neue DVD gefunden, die wohl erst weniger Tage heraus war. Und da es sich dieses Mal wirklich um eine aktualisierte Fassung handelt und nicht nur um eine Neuanordnung alter Gags, stieg meine Vorfreude in dem Fall noch einmal merklich.
Außerdem habe ich an diesem Abend zum ersten Mal verstanden, was eine Freundin von mir meint, wenn sie behauptet Halle ist kulturell überversorgt.
In der Marktkirche war ein Konzert, am Hallmarkt stand eine Stadtführungstruppe und an und für sich hätte mich eine der Bands auf dem Laternenfest gereizt, nur dass das zeitlich einfach nichts geworden wäre.
Statt dessen bin ich zusammen mit ein paar hundert anderen in die Georg-Friedrich-Händel Halle gepilgert. (Auf der Homepage steht, dort passen bis zu 1500 Menschen hinein. Das könnte die Schlangen auf dem Klo erklären helfen.)
Ich war das letzte Mal vor Jahren dort gewesen und muß von neuem feststellen: sehr schöner Saal mit wirklich guter Akustik.
Und das Publikum war sehr gemischt. Von Abendgarderobe bis Studentenalltagsoutift war alles mit dabei. Altersmäßig ging es bei 15 los und bis über 80 rauf. Glaube ich.
Wie wie immer eine faszinierende Studie in Punkto soziales.
Die links von mir zählten auf wie viele Atze Schröder Veranstaltungen sie schon gesehen haben, die rechts waren so sehr mit damit beschäftigt unbewegt zu sitzen und Hände zu halten , dass sie noch nicht mal zum klatschen kamen, und die hinter mir waren etwa 20 Minuten zu spät. Die Wunder der halleschen Straßenpolitik, unterstützt von ein oder zwei Staumeldungen auf dem Weg...
Und, was an dieser Stelle vielleicht auch mal erwähnt werden sollte:
Wir Hallenser sind an und für sich ein etwas unterkühltes Volk. Es ist schwer uns für etwas zu gewinnen und selbst wenn wir begeistert sind, zeigt sich das oft eher so innerlich. (dafür können wir uns, wenn wir erst mal angetaut sind, sehr anhalten für Dinge begeistern - wie dieser Blog beweist)
Volker Pispers hat tosenden Beifall allein für seine körperliche Anwesenheit bekommen. Dafür dass er guten Abend gesagt hat. Und dafür, dass er uns im politischen Kabarett willkommen hieß. In den ersten 5 Minuten hat das Publikum über 50% der Zeit geklatscht!
Irgendwas muß der Mann richtig machen und sei es nur die Erfindung neuer Nutzungsmöglichkeiten für die deutsche Sprache.
Um endlich mal ein wenig mehr zum Programm selbst zu kommen:
Kohl ist passe, auch Gerhard ist nicht mehr aktuell. Angie und Westerwelle kriegen dieses Mal ihr Fett weg. Und auch seine Meinung über Ostdeutschland ist dieses Mal eher fluffig verpackt und nicht mehr ganz so aggressiv wie bei seinem letzten Auftritt im Steintor. (Persönliche Einschätzung von mir, kann aber auch gerne zur Diskussion gestellt werden.)
Und auch die Kirche und die Rente sind prominente Themen.
Alles in allem ging es eigentlich um Themen die sogar ich mitbekommen habe, auch wenn meine Wachphasen immer seltener mit medialer Nachrichtenbeschallung zusammen treffen.
Kurz: es ist für jeden etwas dabei. Wer Volker Pispers kennt weiß eh worauf er sich einlässt und wird sich freuen, dass hier wirklich mal wieder ein aktualisiertes Programm vorliegt. (Für mich der eindeutig größte Pluspunkt) Wer ihn noch nicht kennt... nun, Volker Pispers ist einer der Menschen, die der jüngeren Zuschauern den Weg ins politische Kabarett ebnen. Mit absoluter Sprachvirtuosität - oder dem was ich mal Germanistenhumor getauft habe - verbindet er wissenswertes und schafft Zusammenhänge, so dass auch dem letzten Zeitungsmuffel ein Licht aufgeht. Wie man zu dem Licht steht ist wieder ein anderes Thema. Ich weiß, dass mein Großvater mit Pispers wenig anfangen kann, aber Georg Schramm total klasse findet. Bei mir ist es eher umgekehrt...
Erm, ja.
Lang genug ist das hier geworden.
Kleine Notiz am Rande: am 19ten Oktober läuft das nächste Mal Neues aus der Anstalt.
Und wenn ich jetzt im Halbschlaf irgendeine wichtige Frage umgangen habe: einfach nachharken. Dafür sind die Kommentare ja da. Hörenswert ist es. Ein typischer Pispers Abend eben.
Ach ja, und wenn er noch eine Alternative zur "unappetitlichen Körperöffnung" gefunden hat wäre ich ja schon neugierig, auf was er sich dann festlegt. *g*
Sonntag, 5. September 2010
Klippenspringer 7
Wow, mein erstes Mal Klippenspringer.
Man muß fairerweise auch sagen, dass die Damen und Herren mittlerweile auch im vierten Jahr sind und es wäre traurig wenn ich auch nur in Ansätzen etwas anderes sagen könnte als: WOW!!!
Außerdem scheinen die Klippenspringer-Darbietungen sehr beliebt zu sein. Die mußten ganz schön basteln, dass sie alle Leute im Dock1 unter gebracht haben.
(Mit einer Mischung aus Freude und gespielter Verzweiflung wurde sogar gefragt, was man noch machen soll, damit weniger Leute kommen. Ein Problem das andere Einrichtungen sicherlich gerne hätten...)
Und das schöne: kostenlos. Ein Kulturabend (nun gut, heute war es ein Nachmittag) mit 10 verschiedenen Monologe, für absolut kein Geld. Wie das immer so ist: manches gefällt einem persönlich besser, anderes schlechter. Aber sehenswert waren alle 10.
Jaja, der Germanist in mir sagt, dass man Raskalnikov ohne ein wenig Ahnung vom Text nicht wirklich verstanden hat. Aber hey, das bin nur ich.
Fakt ist, dass der Pinguin wirklich gut war und ich mich daher mal wieder mit Viel Lärm um nichts und einer Decke und ein wenig Tee in die Ecke setzen werde und lese. Erstens ist Shakespeare brilliant und zweitens kommt im Fernsehen eh nichts brauchbares. *g*
(Oh, und wer wissen möchte, was ein Pinguin mit Shakespeare oder den Klippenspringern zu tun hat... nun, morgen Abend um 19:30 kann man sich die Monologe noch einmal ansehen. Auf jeden Fall eine Empfehlung von mir. Und wenn man früh genug da ist, vielleicht etwas weiter vorne hin setzen.)
Man muß fairerweise auch sagen, dass die Damen und Herren mittlerweile auch im vierten Jahr sind und es wäre traurig wenn ich auch nur in Ansätzen etwas anderes sagen könnte als: WOW!!!
Außerdem scheinen die Klippenspringer-Darbietungen sehr beliebt zu sein. Die mußten ganz schön basteln, dass sie alle Leute im Dock1 unter gebracht haben.
(Mit einer Mischung aus Freude und gespielter Verzweiflung wurde sogar gefragt, was man noch machen soll, damit weniger Leute kommen. Ein Problem das andere Einrichtungen sicherlich gerne hätten...)
Und das schöne: kostenlos. Ein Kulturabend (nun gut, heute war es ein Nachmittag) mit 10 verschiedenen Monologe, für absolut kein Geld. Wie das immer so ist: manches gefällt einem persönlich besser, anderes schlechter. Aber sehenswert waren alle 10.
Jaja, der Germanist in mir sagt, dass man Raskalnikov ohne ein wenig Ahnung vom Text nicht wirklich verstanden hat. Aber hey, das bin nur ich.
Fakt ist, dass der Pinguin wirklich gut war und ich mich daher mal wieder mit Viel Lärm um nichts und einer Decke und ein wenig Tee in die Ecke setzen werde und lese. Erstens ist Shakespeare brilliant und zweitens kommt im Fernsehen eh nichts brauchbares. *g*
(Oh, und wer wissen möchte, was ein Pinguin mit Shakespeare oder den Klippenspringern zu tun hat... nun, morgen Abend um 19:30 kann man sich die Monologe noch einmal ansehen. Auf jeden Fall eine Empfehlung von mir. Und wenn man früh genug da ist, vielleicht etwas weiter vorne hin setzen.)
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Samstag, 4. September 2010
Nur noch ganz kurz, bevor ich ins Bett falle
Wie ich gerade per eMail erfahren habe ist der dritte im Bunde auch zum Black Books Fan geworden. Ich wußte es. *g*
Gestern Macbeth war ein Erlebnis. Ein sehr kaltes. Aber auch ein sehr gutes.
Memo an alle: Freilufttheater prinzipiell gut vorbereitet besuchen. Und nein, drei Pullis sind keine ausreichende Vorbereitung. Es fehlt noch mindestens eine Unterhose oder eine Decke für die Beine. Ein Kissen fürs Gesäß ist auch nicht schlecht.
Die Einführungsmatinee zur Opernspielzeit war heute echt klasse. Und voll. Und so wie sie die Werbetrommel gerührt haben, fanden sich dann auch noch ein paar mehr Leute die sich heute Abend zur Blume von Hawaii gemeldet haben.
Wie, warum ich schon wieder da war? Erwähnte ich da nicht was mit Prüfung? Vielleicht wollte ich auch nur Menschen depremieren, ich glaube nämlich die junge Dame neben mir fand meine Gesamteinschätzung "Kitsch in Vollendung, aber sehr sympathisch." dann doch irgendwie als abwertend.
War wirklich nicht so gemeint, aber nun ja.
Um noch ein wenig Trivia einzuweben:
Herr Trekel und Herr Straube haben an dem Abend jeweils ihr 40jähriges Bühnenjubiläum in Halle gefeiert. Und ich glaube die beiden hatten durchaus ihren Spaß.
Und Frau Lex hat dem Publikum zum ersten Mal ihre Interpretation der Mandy gezeigt. Etwas "handfester" als die Version von Frau Deibele. Aber zur allgemein etwas überdrehten Blume von Hawaii hat es sehr gut gepaßt. (Und auch ohne Ahnung behaupte ich einfach mal: sehr schöne Stimme. Was im Zweifelsfall ohnehin immer das Wichtigste sein sollte.)
Nur Schade, dass... nun ja, man muß ja nicht alles ausplaudern.
Ich hatte auf jeden Fall meinen Spaß, werde bei Gelegenheit wahrscheinlich noch mindestens eine Rezension zu Macbeth zusammen zimmern - in der das Wort "kalt" wahrscheinlich eine sehr prominente Stelle einnehmen wird - und ich bin am überlegen mir vielleicht noch die Klippenspringer zu Gemüte zu führen. Am Sonntag ist ja mal wieder.
So viel erst mal von mir und an dieser Stelle eine gute Nacht.
Ach ja, eins noch:
Herr Köhler meinte in ungefähr vier Wochen steht fest, welches nun das Überraschungsmuscial am Ende der Spielzeit werden soll. Möglicherweise wird wieder im Hof der Moritzburg gespielt werden. Dann hoffentlich bei sommerlicheren Temerpaturen.
Gestern Macbeth war ein Erlebnis. Ein sehr kaltes. Aber auch ein sehr gutes.
Memo an alle: Freilufttheater prinzipiell gut vorbereitet besuchen. Und nein, drei Pullis sind keine ausreichende Vorbereitung. Es fehlt noch mindestens eine Unterhose oder eine Decke für die Beine. Ein Kissen fürs Gesäß ist auch nicht schlecht.
Die Einführungsmatinee zur Opernspielzeit war heute echt klasse. Und voll. Und so wie sie die Werbetrommel gerührt haben, fanden sich dann auch noch ein paar mehr Leute die sich heute Abend zur Blume von Hawaii gemeldet haben.
Wie, warum ich schon wieder da war? Erwähnte ich da nicht was mit Prüfung? Vielleicht wollte ich auch nur Menschen depremieren, ich glaube nämlich die junge Dame neben mir fand meine Gesamteinschätzung "Kitsch in Vollendung, aber sehr sympathisch." dann doch irgendwie als abwertend.
War wirklich nicht so gemeint, aber nun ja.
Um noch ein wenig Trivia einzuweben:
Herr Trekel und Herr Straube haben an dem Abend jeweils ihr 40jähriges Bühnenjubiläum in Halle gefeiert. Und ich glaube die beiden hatten durchaus ihren Spaß.
Und Frau Lex hat dem Publikum zum ersten Mal ihre Interpretation der Mandy gezeigt. Etwas "handfester" als die Version von Frau Deibele. Aber zur allgemein etwas überdrehten Blume von Hawaii hat es sehr gut gepaßt. (Und auch ohne Ahnung behaupte ich einfach mal: sehr schöne Stimme. Was im Zweifelsfall ohnehin immer das Wichtigste sein sollte.)
Nur Schade, dass... nun ja, man muß ja nicht alles ausplaudern.
Ich hatte auf jeden Fall meinen Spaß, werde bei Gelegenheit wahrscheinlich noch mindestens eine Rezension zu Macbeth zusammen zimmern - in der das Wort "kalt" wahrscheinlich eine sehr prominente Stelle einnehmen wird - und ich bin am überlegen mir vielleicht noch die Klippenspringer zu Gemüte zu führen. Am Sonntag ist ja mal wieder.
So viel erst mal von mir und an dieser Stelle eine gute Nacht.
Ach ja, eins noch:
Herr Köhler meinte in ungefähr vier Wochen steht fest, welches nun das Überraschungsmuscial am Ende der Spielzeit werden soll. Möglicherweise wird wieder im Hof der Moritzburg gespielt werden. Dann hoffentlich bei sommerlicheren Temerpaturen.
Freitag, 3. September 2010
Also gut, es ist kurz nach um acht, und damit eigentlich noch zu früh für substantielle Äußerungen zu irgend etwas.
Erster Teil der Prüfung is rum, ich lass mich überraschen wie es geworden ist und als "yuhu, ich hab es überstanden" habe ich mir gestern nach ein wenig zaudern Lost Horizon für den PC gekauft. Sehr schönes Spiel, auch wenn ich teilweise den Eindruck hatte, dass ich mich durch einen Film klicke. (Und es wird 2012 wahrscheinlich den dritten Teil der Tunguska Reihe geben. Ich freu mich jetzt schon. ^^)
Am Theater bin ich auch noch dran. Nur gab es gestern einfach keine Karten mehr für die Geschichte der Pandabären. Nichts zu wollen. Tja, da wird es eben heute Macbeth. Ich hätte jetzt kein grundlegendes Problem wenn es regnet. Aber ich denke eher, heute abend ist SEHR warm einpacken angesagt.
Und ich bin am überlegen hier vielleicht in Zukunft auch die eine oder andere DVD Rezension mit einzubinden. Nicht irgendwelche DVDs, sondern meine langsam wachsende Sammlung an Brit-Importen. Die ersten zwei hab ich schon mit Black Books angesteckt und Nummer 3 ist am konvertieren. *g* Und ich habe mich gestern wirklich durchgerungen Blackpool und Viva la Blackpool zu bestellen. Ich bin sehr gespannt ob es wirklich so seltsam ist, wie es auf Youtube scheint...
Als Ausgleich habe ich seit drei Tagen The Gambler im Kopf. Und bevor ich jetzt wieder anfange schief zu singen, werde ich mal mein eigenes Gejaul mit einem Kaffee unterbinden...
Schönes Wochenende an alle. ^^
Erster Teil der Prüfung is rum, ich lass mich überraschen wie es geworden ist und als "yuhu, ich hab es überstanden" habe ich mir gestern nach ein wenig zaudern Lost Horizon für den PC gekauft. Sehr schönes Spiel, auch wenn ich teilweise den Eindruck hatte, dass ich mich durch einen Film klicke. (Und es wird 2012 wahrscheinlich den dritten Teil der Tunguska Reihe geben. Ich freu mich jetzt schon. ^^)
Am Theater bin ich auch noch dran. Nur gab es gestern einfach keine Karten mehr für die Geschichte der Pandabären. Nichts zu wollen. Tja, da wird es eben heute Macbeth. Ich hätte jetzt kein grundlegendes Problem wenn es regnet. Aber ich denke eher, heute abend ist SEHR warm einpacken angesagt.
Und ich bin am überlegen hier vielleicht in Zukunft auch die eine oder andere DVD Rezension mit einzubinden. Nicht irgendwelche DVDs, sondern meine langsam wachsende Sammlung an Brit-Importen. Die ersten zwei hab ich schon mit Black Books angesteckt und Nummer 3 ist am konvertieren. *g* Und ich habe mich gestern wirklich durchgerungen Blackpool und Viva la Blackpool zu bestellen. Ich bin sehr gespannt ob es wirklich so seltsam ist, wie es auf Youtube scheint...
Als Ausgleich habe ich seit drei Tagen The Gambler im Kopf. Und bevor ich jetzt wieder anfange schief zu singen, werde ich mal mein eigenes Gejaul mit einem Kaffee unterbinden...
Schönes Wochenende an alle. ^^
Donnerstag, 26. August 2010
Keine Sorge, ich lebe auch noch
Und ich habe auch vor den Blog weiter zu führen. XD
Mein einziges Problem ist nur, dass ich am zweiten eine Prüfung habe. Ich halte es mittlerweile für wahrscheinlicher, dass eine Ziege ein Kreuzworträtsel lösen kann, als dass ich durch komme...
Aber mal Hand aufs Herz, wer hat die neue Pispers DVD/ CD?
Wer hat vor sie sich morgen zu holen?
Wen werde ich also morgen Abend alles sehen?
Ich gehe ja ehrlich gesagt davon aus, dass die halbe Uni da sein wird, aber mal schauen. Semesterpause und Laternenfest, vielleicht haben ja auch mal ein paar andere Leute eine Karte abbekommen. *g*
Aber ich freu mich jetzt schon.
Und an dieser Stelle noch kurz was persönliches:
Ganz großen Dank an R., der nicht nur zwei mal etwas von seiner wertvollen Zeit geopfert hat, SONDERN sich auch noch die 39 Stufen mit mir angesehen hat. Seiner Meinung nach teilweise etwas klamaukig, sehr lustig und wirklich gut in der Verarbeitung von Klischees. Ich sehe darin immer noch die hohe Kunst aus sehr wenig sehr viel zu machen. Aber gefallen hat es ihm.
Und ein eben so großer Dank an C., dafür dass sie mich allgemein erträgt, immer wieder ihre Katzen zum Kraulen bereit gestellt hat und immer noch gegen jede Wahrscheinlichkeit versucht mir einzureden, dass ich es schon schaffen werde. Ich verspreche hoch und heilig, wenn ich das hinter mir habe schmeiß ich eine Gratis Runde Kaffee.
Und damit verabschiede ich mich einmal mehr, dieses Mal zu Heinrich von Ofterdingen.
Mein einziges Problem ist nur, dass ich am zweiten eine Prüfung habe. Ich halte es mittlerweile für wahrscheinlicher, dass eine Ziege ein Kreuzworträtsel lösen kann, als dass ich durch komme...
Aber mal Hand aufs Herz, wer hat die neue Pispers DVD/ CD?
Wer hat vor sie sich morgen zu holen?
Wen werde ich also morgen Abend alles sehen?
Ich gehe ja ehrlich gesagt davon aus, dass die halbe Uni da sein wird, aber mal schauen. Semesterpause und Laternenfest, vielleicht haben ja auch mal ein paar andere Leute eine Karte abbekommen. *g*
Aber ich freu mich jetzt schon.
Und an dieser Stelle noch kurz was persönliches:
Ganz großen Dank an R., der nicht nur zwei mal etwas von seiner wertvollen Zeit geopfert hat, SONDERN sich auch noch die 39 Stufen mit mir angesehen hat. Seiner Meinung nach teilweise etwas klamaukig, sehr lustig und wirklich gut in der Verarbeitung von Klischees. Ich sehe darin immer noch die hohe Kunst aus sehr wenig sehr viel zu machen. Aber gefallen hat es ihm.
Und ein eben so großer Dank an C., dafür dass sie mich allgemein erträgt, immer wieder ihre Katzen zum Kraulen bereit gestellt hat und immer noch gegen jede Wahrscheinlichkeit versucht mir einzureden, dass ich es schon schaffen werde. Ich verspreche hoch und heilig, wenn ich das hinter mir habe schmeiß ich eine Gratis Runde Kaffee.
Und damit verabschiede ich mich einmal mehr, dieses Mal zu Heinrich von Ofterdingen.
Dienstag, 27. Juli 2010
Was macht der Mayer am Himalaya?
Ja, ich musste den Entzugserscheinungen entgegen wirken. *g*
Das hat an dem Abend für zwei Stunden verhindert, dass ich mich ins Juridikum gesetzt habe und heute verhindert es für eine halbe Stunde, dass ich mir das Hirn weiter mit einer wissenschaftlichen Unterscheidung von Romantik und Klassik frittiere. Also Rezension ahoi.
Überspringen wir mal den Teil, der den Abend zu einem individuellen Erlebnis gemacht hat, und fangen direkt mit dem Programm. Das Warmsingen hat man vorher schon gehört. Auftritt Kirstin Hasselmann (Gesang), Andi Büher (Schlagzeug und Mandoline) und Klaus Schäfer (Pianoforte).
Und nein, ich habe mir das nicht gemerkt. Vielmehr war das Programmheftchen kostenlos.
Das Programm wurde lose von der titelgebenden Frage zusammen gehalten. Was macht der Mayer nun am Himalaya? Wer ist das? Und warum wollte der überhaupt da hin?
Der ganze Rest war eine musikalische Rundreise kreuz und quer durch Europa, mit einem kleinen Abstecher in die Bar zum Krokodil.
Das hat an dem Abend für zwei Stunden verhindert, dass ich mich ins Juridikum gesetzt habe und heute verhindert es für eine halbe Stunde, dass ich mir das Hirn weiter mit einer wissenschaftlichen Unterscheidung von Romantik und Klassik frittiere. Also Rezension ahoi.
Überspringen wir mal den Teil, der den Abend zu einem individuellen Erlebnis gemacht hat, und fangen direkt mit dem Programm. Das Warmsingen hat man vorher schon gehört. Auftritt Kirstin Hasselmann (Gesang), Andi Büher (Schlagzeug und Mandoline) und Klaus Schäfer (Pianoforte).
Und nein, ich habe mir das nicht gemerkt. Vielmehr war das Programmheftchen kostenlos.
Das Programm wurde lose von der titelgebenden Frage zusammen gehalten. Was macht der Mayer nun am Himalaya? Wer ist das? Und warum wollte der überhaupt da hin?
Der ganze Rest war eine musikalische Rundreise kreuz und quer durch Europa, mit einem kleinen Abstecher in die Bar zum Krokodil.
Samstag, 10. Juli 2010
Romeo und Julia
Ich bin endlich mit Tristram Shandy durch und bevor ich mich dem nächsten Stück Kultur zuwende möchte ich noch kurz gestern Abend Revue passieren lassen. In der Kurzfassung: teilweise ein wenig absurd, aber weitaus besser als erwartet.
Für die, die noch nie da waren, eine kurze Beschreibung zum Freilichtheater am Uniplatz: der Universitätsplatz wird zwischen Juridicum und Spiegelstraße abgesperrt, die Zuschauer sitzen auf den Stufen (mit sehr dünnen Sitzpolstern unter'm Gesäß, darauf komme ich später noch mal) und die Handlung findet dann direkt an der Straßenecke und zwischen dem Juricidum und dem Melanchtonianum statt. Kopfsteinpflaster ahoi, darauf komme ich auch noch mal.
Überspringen wir mal das für Einige weniger ruhmreiche Thema der Sitzplatzsuche und kommen zum eigentlichen Hauptteil: dem Stück.
Bimmel-lim, Bimmel-lim. Auftritt: die Kammerzofe und der Gärtner, mit Marktschreierglocken, die erst mal die gesamte Besetzung vorstellten; sich stritten ob das ganze nun zwei oder fünf Stunden dauern würde und die versprachen, man habe das Stück an der einen oder anderen Stelle ein wenig angepasst, eben da wo man meinte es wäre angebracht.
Ein Versprechen das gehalten wurde:
Die beiden Häuser - links und rechts der Straße - waren mit Stacheldraht getrennt, Romeo erschien zum Maskenball als Biene Maja (Nicht ganz so schlimm wie das jetzt klingt: normale Klamotten und eine weiße Maske mit den Konturen von Majas Gesicht. Die schwülstigen Balzdialoge wurden auch mit einem entsprechenden "Bssss" vorgetragen. So absurd die Idee war, es hat funktioniert), die Musik war eher zeitgenössisch (wen wundert's, es ist das Thalia), das Publikum wurde immer mal mit eingebunden, und Mercutio (gespielt von einem Mann) trug, in der Zeit in der er lebte, Stöckelschuhe. Ich erinnere noch mal an das oben angesprochene Kopfsteinpflaster. Respekt.
Was war denn noch alles?
Ach ja, die von mir so geschätzte Selbstironie:
Romeo klettert auf Julias Balkon, bekommt es mit der Höhenangst zu tun und ihm fällt auf halber Strecke ein "Du sag mal... wie oft hast du das eigentlich schon gemacht?". Ihre Antwort: "Montag, Dienstag... Donnerstag..." (die drei Aufführungen davor). Da soll er erst mal was gegen sagen....
Dazu noch die eine oder andere aktuelle Bezugnahme (Deutschland gegen Uruguay, um den dritten WM Platz), die Gräfin Capulet erinnerte mich immer wieder an Angela Merkel, Julias Vater bestellt sich Tiefnachts eine Pizza und der Ort der Handlung pendelte irgendwo zwischen Verona und Halle, je nachdem wie es gerade am Besten passte.
Kurz: was an Akustik mangelte, wurde durch Chemie wett gemacht. Und ich bin ehrlich: ich habe bis zum Ende gehofft, zu den Veränderung des Stückes würde unter anderem auch ein Happy End gehören... meinetwegen mit gemeinsamer Auswanderung.
Nun, man kann nicht alles haben.
(Und ich glaube der Reiz des Stückes liegt gerade darin, dass man gegen alle Vernunft hofft, sie würden doch irgendwie gemeinsam überleben)
Um es kurz zu machen: aus mir wird in diesem Leben sicherlich kein Thalia Fan mehr, aber das war wirklich sehenswert.
Und, wegen der dünnen Sitzunterlagen:
Nach 2 1/2 Stunden kommt der Moment, wo man sein Gesäß einfach nicht mehr auf den Dingern plattsitzen möchte und einem langsam jeder Knochen einzeln weh tut. Das also Einige das - durchaus sehenswerte - Stück mit Standing Ovations beendeten, passiert in Halle zwar selten, ist aber verständlich. Und es hat den ganz großen Vorteil, dass nach und nach immer mehr Menschen mitziehen. Man möchte ja auch weiterhin etwas sehen. Und ich habe einen Blick in die Runde geworfen: es hat gedauert, aber am Ende standen wirklich Alle. Den Nerv der Anwesenden scheint es also durchaus getroffen zu haben. Und wenn man selbst Mercutios Tod noch etwas lustiges abgewinnen kann....
Ja ja, ich hör ja schon auf. Doch, es war sehenswert. Sehr unterhaltsam. Und eben etwas unkonventionell inszeniert.
(Eigentlich schade, dass der Text auf den Werbepostkarten so überproportional hochtrabend geklungen hatte. Ich wäre fast nicht hin gegangen.)
Und damit jetzt wirklich einen angenehmen Sonntag.
(Und bei den Temperaturen natürlich auch möglichst schattige Sitzplätze und eine leichte Brise zur Abkühlung...)
Für die, die noch nie da waren, eine kurze Beschreibung zum Freilichtheater am Uniplatz: der Universitätsplatz wird zwischen Juridicum und Spiegelstraße abgesperrt, die Zuschauer sitzen auf den Stufen (mit sehr dünnen Sitzpolstern unter'm Gesäß, darauf komme ich später noch mal) und die Handlung findet dann direkt an der Straßenecke und zwischen dem Juricidum und dem Melanchtonianum statt. Kopfsteinpflaster ahoi, darauf komme ich auch noch mal.
Überspringen wir mal das für Einige weniger ruhmreiche Thema der Sitzplatzsuche und kommen zum eigentlichen Hauptteil: dem Stück.
Bimmel-lim, Bimmel-lim. Auftritt: die Kammerzofe und der Gärtner, mit Marktschreierglocken, die erst mal die gesamte Besetzung vorstellten; sich stritten ob das ganze nun zwei oder fünf Stunden dauern würde und die versprachen, man habe das Stück an der einen oder anderen Stelle ein wenig angepasst, eben da wo man meinte es wäre angebracht.
Ein Versprechen das gehalten wurde:
Die beiden Häuser - links und rechts der Straße - waren mit Stacheldraht getrennt, Romeo erschien zum Maskenball als Biene Maja (Nicht ganz so schlimm wie das jetzt klingt: normale Klamotten und eine weiße Maske mit den Konturen von Majas Gesicht. Die schwülstigen Balzdialoge wurden auch mit einem entsprechenden "Bssss" vorgetragen. So absurd die Idee war, es hat funktioniert), die Musik war eher zeitgenössisch (wen wundert's, es ist das Thalia), das Publikum wurde immer mal mit eingebunden, und Mercutio (gespielt von einem Mann) trug, in der Zeit in der er lebte, Stöckelschuhe. Ich erinnere noch mal an das oben angesprochene Kopfsteinpflaster. Respekt.
Was war denn noch alles?
Ach ja, die von mir so geschätzte Selbstironie:
Romeo klettert auf Julias Balkon, bekommt es mit der Höhenangst zu tun und ihm fällt auf halber Strecke ein "Du sag mal... wie oft hast du das eigentlich schon gemacht?". Ihre Antwort: "Montag, Dienstag... Donnerstag..." (die drei Aufführungen davor). Da soll er erst mal was gegen sagen....
Dazu noch die eine oder andere aktuelle Bezugnahme (Deutschland gegen Uruguay, um den dritten WM Platz), die Gräfin Capulet erinnerte mich immer wieder an Angela Merkel, Julias Vater bestellt sich Tiefnachts eine Pizza und der Ort der Handlung pendelte irgendwo zwischen Verona und Halle, je nachdem wie es gerade am Besten passte.
Kurz: was an Akustik mangelte, wurde durch Chemie wett gemacht. Und ich bin ehrlich: ich habe bis zum Ende gehofft, zu den Veränderung des Stückes würde unter anderem auch ein Happy End gehören... meinetwegen mit gemeinsamer Auswanderung.
Nun, man kann nicht alles haben.
(Und ich glaube der Reiz des Stückes liegt gerade darin, dass man gegen alle Vernunft hofft, sie würden doch irgendwie gemeinsam überleben)
Um es kurz zu machen: aus mir wird in diesem Leben sicherlich kein Thalia Fan mehr, aber das war wirklich sehenswert.
Und, wegen der dünnen Sitzunterlagen:
Nach 2 1/2 Stunden kommt der Moment, wo man sein Gesäß einfach nicht mehr auf den Dingern plattsitzen möchte und einem langsam jeder Knochen einzeln weh tut. Das also Einige das - durchaus sehenswerte - Stück mit Standing Ovations beendeten, passiert in Halle zwar selten, ist aber verständlich. Und es hat den ganz großen Vorteil, dass nach und nach immer mehr Menschen mitziehen. Man möchte ja auch weiterhin etwas sehen. Und ich habe einen Blick in die Runde geworfen: es hat gedauert, aber am Ende standen wirklich Alle. Den Nerv der Anwesenden scheint es also durchaus getroffen zu haben. Und wenn man selbst Mercutios Tod noch etwas lustiges abgewinnen kann....
Ja ja, ich hör ja schon auf. Doch, es war sehenswert. Sehr unterhaltsam. Und eben etwas unkonventionell inszeniert.
(Eigentlich schade, dass der Text auf den Werbepostkarten so überproportional hochtrabend geklungen hatte. Ich wäre fast nicht hin gegangen.)
Und damit jetzt wirklich einen angenehmen Sonntag.
(Und bei den Temperaturen natürlich auch möglichst schattige Sitzplätze und eine leichte Brise zur Abkühlung...)
Freitag, 9. Juli 2010
Egal welcher Vogel: er ist zu laut...
Nachdem sich Tristram Shandy langsam dem Ende nähert (das Buch ist eine Masochismusübung für Fortgeschrittene, ernsthaft) habe ich trotzdem das Bedürfnis so viel "Was zum Henker?" in Kultur zu ersticken... eine Freundin und ihre Mutter wollen Romeo und Julia sehen und ich werde mitgehen.
Liest hier irgend wer mit, der weiß warum ich die Stücke im Thalia eigentlich aus Prinzip meide? Nein? Auch nicht so tragisch.
Ich erwarte nichts, hoffe alles und gehe mal davon aus, dass es mir nicht gefallen wird. Für den Fall dass doch... wird dieser Blog das bald erfahren...
Liest hier irgend wer mit, der weiß warum ich die Stücke im Thalia eigentlich aus Prinzip meide? Nein? Auch nicht so tragisch.
Ich erwarte nichts, hoffe alles und gehe mal davon aus, dass es mir nicht gefallen wird. Für den Fall dass doch... wird dieser Blog das bald erfahren...
Donnerstag, 8. Juli 2010
liest hier eigentlich noch wer mit?
Ich denke mal nicht, also verfasse ich hier mal ein ganz persönliches Erinnerungs Post-It.
Tristram Shandy ist das mit Abstand schlimmste, durch das ich mich je durchquälen musste. Und ich habe im Laufe der Zeit wirklich einigen Blödsinn lesen "dürfen".
Laurence Sterne ist der Autor, Tristram Shandy der Erzähler - wobei auch das mitunter schwankt (auf andere fiktive Figuren, aber auch auf Sterne), und der "Gute" meint seine "Biographie" schreiben zu müssen.
Nun gingen von den über 700 Seiten, allein 230 Seiten bis zur Geburt drauf. Und es ist beim besten Willen nicht so, dass Mr. Shandy die Geburt selbst beschreibt - obwohl er dabei anwesend gewesen sein muß - sondern eher so, dass er wortwörtlich die Nonsense Diskurse zwischen seinem Vater, seinem Onkel, dem Arzt und anderen Menschen der Nachbarschaft wieder gibt, die zu dieser Zeit in seinem Elternhaus diskutiert werden.
Ich habe mittlerweile lernen sollen, wie wichtig die Nase für den Lebenslauf eines Menschen ist (das waren grob 80 Seiten, die vielleicht dadurch lustig werden sollten, dass man die vom Autor ausdrücklich verneinte Doppeldeutigkeit mitgelesen hat - aber selbst damit war es einfach nur ausgemachter Schwachsinn), wie viel wichtiger der Name ist, dass Tristram gezeugt wurde weil sein Vater die Uhr falsch aufgezogen hat, und weiteren Nonsense mehr...
Wäre nicht das Problem mit den über 700 Seiten (ich bin momentan etwa auf Seite 400) könnte man dem Buch vielleicht noch den einen oder anderen netten Schriftstellerischen Einfall abgewinnen. Persönliche Ansprache an Verwandte, Reflexion über das eigene Schreiben, fortwährende Missverständnisse zwischen Tristrams Vater und seinem Onkel... noch mehr Reflexionen über das Schreiben (er hat über 30 Seiten gebraucht um seinen Onkel und seinen Vater von einer Treppe herunter zu erzählen; das ganze damit gelöst, dass er einem Schreiber Geld gab; der das ganze dann damit auflöste, dass er den Vorhang fallen ließ; reflektiert dann selbst darüber, dass er bei der Geschwindigkeit zu schreiben nie im Jetzt ankommen würde, und überspringt dann ohne Kommentar erst drei Jahre (von einem Fenster beschnitten) und dann noch mal zwei Jahre (in denen sein Vater versucht ein Buch über die Erziehung zusammen zu kleistern) ...)
Dieses Buch ist mittlerweile zur Autoren-Selbstbespaßung ausgewachsen, vermengt fiktive und wissenschaftliche Diskurse, so dass sich wohl selbst Zeitgenossen nur schwer zurecht fanden, und geht immer noch über 300 Seiten weiter...
Dieses Buch ist auf jeden Fall eines der ersten, die aus meinem Zimmer fliegen, wenn ich mit Germanistik durch bin.
Und bis dahin bete ich inständig, dass Tristram in absehbarer Zeit alt genug ist aus seinem Elternhaus heraus zu kommen. Noch eine Militäranekdote oder ein Erziehungsdiskurs von seinem Vater... nun ja, es gibt da so ein wissenschaftliches Experiment, dass mich schon etwas länger beschäftigt. Zu viel mehr scheint das Buch nicht zu taugen...
Tristram Shandy ist das mit Abstand schlimmste, durch das ich mich je durchquälen musste. Und ich habe im Laufe der Zeit wirklich einigen Blödsinn lesen "dürfen".
Laurence Sterne ist der Autor, Tristram Shandy der Erzähler - wobei auch das mitunter schwankt (auf andere fiktive Figuren, aber auch auf Sterne), und der "Gute" meint seine "Biographie" schreiben zu müssen.
Nun gingen von den über 700 Seiten, allein 230 Seiten bis zur Geburt drauf. Und es ist beim besten Willen nicht so, dass Mr. Shandy die Geburt selbst beschreibt - obwohl er dabei anwesend gewesen sein muß - sondern eher so, dass er wortwörtlich die Nonsense Diskurse zwischen seinem Vater, seinem Onkel, dem Arzt und anderen Menschen der Nachbarschaft wieder gibt, die zu dieser Zeit in seinem Elternhaus diskutiert werden.
Ich habe mittlerweile lernen sollen, wie wichtig die Nase für den Lebenslauf eines Menschen ist (das waren grob 80 Seiten, die vielleicht dadurch lustig werden sollten, dass man die vom Autor ausdrücklich verneinte Doppeldeutigkeit mitgelesen hat - aber selbst damit war es einfach nur ausgemachter Schwachsinn), wie viel wichtiger der Name ist, dass Tristram gezeugt wurde weil sein Vater die Uhr falsch aufgezogen hat, und weiteren Nonsense mehr...
Wäre nicht das Problem mit den über 700 Seiten (ich bin momentan etwa auf Seite 400) könnte man dem Buch vielleicht noch den einen oder anderen netten Schriftstellerischen Einfall abgewinnen. Persönliche Ansprache an Verwandte, Reflexion über das eigene Schreiben, fortwährende Missverständnisse zwischen Tristrams Vater und seinem Onkel... noch mehr Reflexionen über das Schreiben (er hat über 30 Seiten gebraucht um seinen Onkel und seinen Vater von einer Treppe herunter zu erzählen; das ganze damit gelöst, dass er einem Schreiber Geld gab; der das ganze dann damit auflöste, dass er den Vorhang fallen ließ; reflektiert dann selbst darüber, dass er bei der Geschwindigkeit zu schreiben nie im Jetzt ankommen würde, und überspringt dann ohne Kommentar erst drei Jahre (von einem Fenster beschnitten) und dann noch mal zwei Jahre (in denen sein Vater versucht ein Buch über die Erziehung zusammen zu kleistern) ...)
Dieses Buch ist mittlerweile zur Autoren-Selbstbespaßung ausgewachsen, vermengt fiktive und wissenschaftliche Diskurse, so dass sich wohl selbst Zeitgenossen nur schwer zurecht fanden, und geht immer noch über 300 Seiten weiter...
Dieses Buch ist auf jeden Fall eines der ersten, die aus meinem Zimmer fliegen, wenn ich mit Germanistik durch bin.
Und bis dahin bete ich inständig, dass Tristram in absehbarer Zeit alt genug ist aus seinem Elternhaus heraus zu kommen. Noch eine Militäranekdote oder ein Erziehungsdiskurs von seinem Vater... nun ja, es gibt da so ein wissenschaftliches Experiment, dass mich schon etwas länger beschäftigt. Zu viel mehr scheint das Buch nicht zu taugen...
Samstag, 3. Juli 2010
Spuk im Händelhaus
Weniger labern, mehr rezensieren. Ich weiß schon.
Aber worüber soll ich denn bitte bei 35 Grad im Schatten schreiben?
Machen wir mit erst einmal mit etwas erfreulich Einfachem weiter: Der Spuk im Händelhaus.
Also, ja, ich schaue mir auch Produktionen für Kinder an. Auch wenn ich mir zwischen lauter 10jährigen ein wenig fehlplatziert vorkam. Fakt ist aber, dass ich aus meinem Musikunterricht... naja, was auch immer ich mal mitgenommen habe ist längst verschüttet. Und es wird auch nicht dadurch besser, dass ich Musik in der 10ten abgewählt habe. Abgesehen davon, habe ich mir im Studium einen tiefgreifenden Zweifel antrainiert, ob Kinder wirklich ein geeignetes Publikum sind.
Meine erstaunte Erkenntnis ist: Kinder können ein sehr dankbares Publikum sein - zumindest wenn das Drum-Herum stimmt.
(In der Uni müssen wir meistens mit Räumen auskommen, an denen selbst Schöner Wohnen scheitern würde, aber das Foyer der Oper ist auf jeden Fall gut geeignet. Und wer noch nie da war: nein, es ist nicht der Eingangsbereich der Oper, es ist eine kleine Extra Bühne, dort wo man auch Zugang zum zweiten Rang hat. Wer also wie ich ein kleines Problem mit der Pünktlichkeit hat, weiß wenigstens wo er hin muß.)
Das Schöne ist: es ist über einen Monat her, dass ich in diesem Stück war, ABER: es ist etwas hängen geblieben. Händel gehörte zum Barock, und in die Zeit fallen neben den Kastraten auch Kolloratursänger. (Leute die den Text musikalisch möglichst kunstvoll ausgestalten.) Das waren die Popstars ihrer Zeit. (und wenn ich das nach einem Monat noch weiß, habe ich schon fast Hoffnung, dass es sich bis zum Langzeitgedächtnis durch frisst.)
Dann geht es natürlich auch um Händel. Ignorieren wir ein paar Fakten (die unter anderem in der Blume von Hawaii vor kamen), nach denen Händel in Deutschland geboren wurde, in England arbeitete, lebte und starb: wir haben trotzdem immer noch Interesse an dem Mann - sonst würde auf dem Markt kein steinerner Perückenträger stehen. Händel war nun in irgend einer Art mit der Gräfin Alcina verbändelt. Ich weiß mittlerweile, dass das ganze auf eine Oper Händels anspielt, die Alcina heißt. (Und egal in welcher Version: Alcina ist nicht wirklich die Liebenswürdigkeit in Person.) Im Spuk im Händelhaus selbst kann die gute Frau von Händels Gönnerin bis hin zur verschmähten Geliebten alles gewesen sein - auch wenn sich das Stück im kindgerechten Rahmen eher auf Letzteres fokussiert.
Nun hat sich Alcina aus gekränkter Zuneigung zu Händel so sehr nach einem "richtigen" Mann gesehnt, dass das lebensgroße Bild von ihr in der Lage ist Männer in ihr Reich zu locken. Dort legt Alcina den Männern Ringe an, welche dazu führen, dass die Männer ihr ganzes bisheriges Leben vergessen, Alcina anhimmeln und nach deren Pfeife tanzen.
Alcina wird so nicht wirklich glücklich, auch wenn sie es glaub, die Männer im allgemeinen auch nicht und dann sind da ja auch noch die verschmähten Ehefrauen, die ihren Mann zurück haben wollen. Oder in diesem Fall: eine Frau, die ihren Mann zurück haben möchte. (Man muß es ja nicht komplexer machen als es ist.) Der Mann erinnert sich aber dank Alcina vorerst an gar nichts. Der mit Skepsis und Furcht reich gesegnete Polizist ist auch keine Hilfe. Und der Museumsdirektor würfelt noch mit sich selbst, ob er nun hilft oder schweigt.
Das ganze wird untermalt von zeitgenössischer Musik (also barocker), natürlich live an Cembalo und Co. (auch wenn für die Musiker nicht wirklich viel Platz bleibt).
Und die zahlreichen "Alcina ist da, oder doch nicht, oder wie, oder was?" Szenen geben den Kleinen immer wieder Gelegenheit mit Brüllen und Zeigen der Handlung voran zu helfen. Für Interaktivität ist also gesorgt.
Freilich, das Ganze ist für Kinder. Man sollte also keine zu raffinierten Handlungskniffe erwarten. Davon abgesehen fand ich persönlich das fingierte "es spukt, hier sind vorhin schon ein paar verschwunden, bitte zusammen bleiben" ein wenig plakativ. Aber auf der einen Seite bin ich über die Zielgruppe mindestens 10 bis 15 Jahre hinaus und auf der anderen Seite fanden die Kinder es wirklich genial. Ungelogen, die waren voll dabei.
Und es war wirklich gut gemacht. Der Wechsel zwischen den Auftritten (Realität oder das Reich von Alcina) war sehr schön gelöst. Und wenn ich ehrlich bin: es passiert ganz, ganz selten, dass ich eine nennenswerte Meinung zur Garderobe habe, aber das Kleid von Alcina war wirklich umwerfend.
Wer also die lieben Kleinen mal in die Oper mitnehmen möchte, sollte es unter anderem hier versuchen. Erstens geht das Stück nur eine Stunde, strapaziert also das Sitzfleisch nicht über. Zweitens lernt man ganz nebenbei noch ein klein wenig über Barocke Musik. Und drittens war die Zielgruppe begeistert. Was will man mehr?
Aber worüber soll ich denn bitte bei 35 Grad im Schatten schreiben?
Machen wir mit erst einmal mit etwas erfreulich Einfachem weiter: Der Spuk im Händelhaus.
Also, ja, ich schaue mir auch Produktionen für Kinder an. Auch wenn ich mir zwischen lauter 10jährigen ein wenig fehlplatziert vorkam. Fakt ist aber, dass ich aus meinem Musikunterricht... naja, was auch immer ich mal mitgenommen habe ist längst verschüttet. Und es wird auch nicht dadurch besser, dass ich Musik in der 10ten abgewählt habe. Abgesehen davon, habe ich mir im Studium einen tiefgreifenden Zweifel antrainiert, ob Kinder wirklich ein geeignetes Publikum sind.
Meine erstaunte Erkenntnis ist: Kinder können ein sehr dankbares Publikum sein - zumindest wenn das Drum-Herum stimmt.
(In der Uni müssen wir meistens mit Räumen auskommen, an denen selbst Schöner Wohnen scheitern würde, aber das Foyer der Oper ist auf jeden Fall gut geeignet. Und wer noch nie da war: nein, es ist nicht der Eingangsbereich der Oper, es ist eine kleine Extra Bühne, dort wo man auch Zugang zum zweiten Rang hat. Wer also wie ich ein kleines Problem mit der Pünktlichkeit hat, weiß wenigstens wo er hin muß.)
Das Schöne ist: es ist über einen Monat her, dass ich in diesem Stück war, ABER: es ist etwas hängen geblieben. Händel gehörte zum Barock, und in die Zeit fallen neben den Kastraten auch Kolloratursänger. (Leute die den Text musikalisch möglichst kunstvoll ausgestalten.) Das waren die Popstars ihrer Zeit. (und wenn ich das nach einem Monat noch weiß, habe ich schon fast Hoffnung, dass es sich bis zum Langzeitgedächtnis durch frisst.)
Dann geht es natürlich auch um Händel. Ignorieren wir ein paar Fakten (die unter anderem in der Blume von Hawaii vor kamen), nach denen Händel in Deutschland geboren wurde, in England arbeitete, lebte und starb: wir haben trotzdem immer noch Interesse an dem Mann - sonst würde auf dem Markt kein steinerner Perückenträger stehen. Händel war nun in irgend einer Art mit der Gräfin Alcina verbändelt. Ich weiß mittlerweile, dass das ganze auf eine Oper Händels anspielt, die Alcina heißt. (Und egal in welcher Version: Alcina ist nicht wirklich die Liebenswürdigkeit in Person.) Im Spuk im Händelhaus selbst kann die gute Frau von Händels Gönnerin bis hin zur verschmähten Geliebten alles gewesen sein - auch wenn sich das Stück im kindgerechten Rahmen eher auf Letzteres fokussiert.
Nun hat sich Alcina aus gekränkter Zuneigung zu Händel so sehr nach einem "richtigen" Mann gesehnt, dass das lebensgroße Bild von ihr in der Lage ist Männer in ihr Reich zu locken. Dort legt Alcina den Männern Ringe an, welche dazu führen, dass die Männer ihr ganzes bisheriges Leben vergessen, Alcina anhimmeln und nach deren Pfeife tanzen.
Alcina wird so nicht wirklich glücklich, auch wenn sie es glaub, die Männer im allgemeinen auch nicht und dann sind da ja auch noch die verschmähten Ehefrauen, die ihren Mann zurück haben wollen. Oder in diesem Fall: eine Frau, die ihren Mann zurück haben möchte. (Man muß es ja nicht komplexer machen als es ist.) Der Mann erinnert sich aber dank Alcina vorerst an gar nichts. Der mit Skepsis und Furcht reich gesegnete Polizist ist auch keine Hilfe. Und der Museumsdirektor würfelt noch mit sich selbst, ob er nun hilft oder schweigt.
Das ganze wird untermalt von zeitgenössischer Musik (also barocker), natürlich live an Cembalo und Co. (auch wenn für die Musiker nicht wirklich viel Platz bleibt).
Und die zahlreichen "Alcina ist da, oder doch nicht, oder wie, oder was?" Szenen geben den Kleinen immer wieder Gelegenheit mit Brüllen und Zeigen der Handlung voran zu helfen. Für Interaktivität ist also gesorgt.
Freilich, das Ganze ist für Kinder. Man sollte also keine zu raffinierten Handlungskniffe erwarten. Davon abgesehen fand ich persönlich das fingierte "es spukt, hier sind vorhin schon ein paar verschwunden, bitte zusammen bleiben" ein wenig plakativ. Aber auf der einen Seite bin ich über die Zielgruppe mindestens 10 bis 15 Jahre hinaus und auf der anderen Seite fanden die Kinder es wirklich genial. Ungelogen, die waren voll dabei.
Und es war wirklich gut gemacht. Der Wechsel zwischen den Auftritten (Realität oder das Reich von Alcina) war sehr schön gelöst. Und wenn ich ehrlich bin: es passiert ganz, ganz selten, dass ich eine nennenswerte Meinung zur Garderobe habe, aber das Kleid von Alcina war wirklich umwerfend.
Wer also die lieben Kleinen mal in die Oper mitnehmen möchte, sollte es unter anderem hier versuchen. Erstens geht das Stück nur eine Stunde, strapaziert also das Sitzfleisch nicht über. Zweitens lernt man ganz nebenbei noch ein klein wenig über Barocke Musik. Und drittens war die Zielgruppe begeistert. Was will man mehr?
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